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Schriftstellerin Dorothee Elmiger mit Deutschem Buchpreis 2025 ausgezeichnet
Die Schriftstellerin Dorothee Elmiger ist neue Preisträgerin des Deutschen Buchpreises. Der am Montagabend bei einem Festakt in Frankfurt am Main bekanntgegebenen Jury-Entscheidung zufolge erhielt sie die Auszeichnung für ihren Roman "Die Holländerinnen". Dieser handelt von einer Schriftstellerin, die sich mit einer Theatergruppe in einem südamerikanischen Urwald auf die Spur zweier dort vor Jahren verschwundener Niederländerinnen begibt.
Das Werk sei "ein Ereignis", begründete die Jury ihre Entscheidung. Auf der Wanderung erzähle sich die Gruppe verstörende Geschichten. Je tiefer diese sich im Dickicht verlaufe, desto mehr reiße Elmiger Leserinnen und Leser in einen "Sog der Angst". Der Roman erzähle von Menschen, die "in ihr dunkelstes Gegenteil verfallen". Indirekt verweise sie auf die Gegenwart, die Schritt für Schritt in Selbstüberhebung versinke. Elmigers Stil sei "gleichzeitig distanziert und doch fesselnd".
Die 1985 in der Schweiz geborene Elmiger veröffentlichte 2010 mit "Einladung an die Waghalsigen" ihr Debüt. Bereits 2020 stand ihr Werk "Aus der Zuckerfabrik" auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises. In ihrer Dankesrede gratulierte Elmiger ihren Mitnominierten zu ihren Werken. "Ich habe sie in den letzten Wochen angefangen zu lesen, und es war ein großes Vergnügen", sagte sie.
Der Deutsche Buchpreis für den Roman des Jahres zählt zu den renommiertesten Literaturauszeichnungen der Bundesrepublik. Er wird jährlich von der Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels vergeben, über die Vergabe entscheidet eine Expertenjury.
Die Vorsteherin des Börsenvereins, Karin Schmidt-Friderichs, verwies bei dem Festakt im Frankfurter Römer darauf, wie vielfältig die deutschsprachige Literatur die Gegenwart spiegele. Jeder Roman werde von jedem anders erlebt. "Wir dürfen nachdenken, statt sofort zu urteilen, und die Literatur als Ort der Begegnung feiern."
Für den diesjährigen Buchpreis nominiert waren neben Elmiger auch Kaleb Erdmann, Jehona Kicaj, Thomas Melle, Fiona Sironic und Christine Wunnicke. Die Preisträgerin erhält ein Preisgeld von 25.000 Euro, alle anderen Nominierten jeweils 2500 Euro. Im vergangenen Jahr bekam die Autorin Martina Hefter den Preis für ihr Werk "Hey guten Morgen, wie geht es dir?".
Traditionell wird der Deutsche Buchpreis vor dem Beginn der Frankfurter Buchmesse verliehen, die am Dienstag im Beisein von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer eröffnet wird. Gastland sind in diesem Jahr die Philippinen. Ab Mittwoch ist die Messe zunächst für Fachbesucher geöffnet, ab Freitag dann auch für das breite Publikum.
D.Schlegel--VB