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Parsons: "Sport bietet der Welt einen anderen Weg"
IPC-Präsident Andrew Parsons war bei der Eröffnung der Paralympics 2026 bemüht, die angespannte politische Lage durch die Rückkehr russischer und belarussischer Athletinnen und Athleten bei seiner Rede auszuklammern. "Vor vier Jahren sagte ich, ich sei entsetzt über das, was in der Welt geschieht. Leider hat sich die Lage nicht verbessert. In einer Welt, in der manche Länder eher unter dem Namen ihrer Staatsoberhäupter als unter ihrem eigenen bekannt sind, ziehe ich es vor, Länder über die Namen ihrer Athletinnen und Athleten zu kennen. Sport bietet der Welt einen anderen Weg nach vorn, eine andere Perspektive", sagte der Brasilianer zum Auftakt der Spiele in Mailand-Cortina (6. bis 15. März).
Die Wiederzulassung von Russland und Belarus unter eigener Flagge hatte im Vorfeld für reichlich Unruhe und viel Kritik am Internationalen Paralympischen Komitee (IPC) gesorgt. Die Eröffnungsfeier in der Arena von Verona war vom Boykott von sieben Ländern überschattet. Nur knapp die Hälfte der Nationen war vor Ort.
Parsons sprach dennoch tapfer vom "transformativsten Sportereignis der Welt". Die Paralympics würden zeigen, "dass menschliches Potenzial grenzenlos ist, wie die Anstrengungen weniger das Schicksal vieler formen können. Wie kleine Zahlen, kleine Taten und kleine Momente den Lauf der Geschichte verändern können", sagte der IPC-Chef.
Es gehe darum, führte er weiter aus, "inklusivere Zukunft zu gestalten. Und diese Zukunft brauchen wir heute mehr denn je." Bei den Paralympics seien "Unterschiede keine Gründe für Trennung, sondern Quellen der Stärke. Hier kommen Nationen als Nachbarn zusammen, Athletinnen und Athleten treten mit Leidenschaft und Fairness an – vereint im Respekt füreinander und für die Regeln des Sports."
Das Paralympische Dorf sei "ein lebendiges Modell dafür", so Parsons, "was unsere Gesellschaft sein kann und sein sollte: frei von Politik, ein Ort, an dem alle willkommen sind, alle dazugehören und alle wertgeschätzt werden."
Insgesamt werden 611 Athleten aus 55 Nationen bei den Wettkämpfen in Mailand, Cortina und Tesero teilnehmen, die Rekordmarke von 564 Teilnehmern aus 48 Ländern von Pyeongchang 2018 wird damit deutlich überboten.
A.Ruegg--VB