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Steve McQueens Ferrari 275 GTB/4 NART Spider geht in New York unter den Hammer
Der Ferrari 275 GTB/4*S NART Spider, der einst dem Schauspieler Steve McQueen gehörte, kommt nach vier Jahrzehnten in einer Privatsammlung erstmals wieder auf den Markt. Das seltene Fahrzeug wird im November in New York versteigert und ist mit bis zu 20 Millionen US-Dollar bewertet.
Ein Ferrari 275 GTB/4*S NART Spider aus dem Erstbesitz von Steve McQueen wird im November in New York öffentlich angeboten. Das Fahrzeug, das nach vier Jahrzehnten in einer renommierten US-Privatsammlung erstmals wieder auf den Markt kommt, ist mit einem Schätzpreis von 15 bis 20 Millionen US-Dollar bewertet. Die Versteigerung findet am 20. und 21. November im Rahmen der Rétromobile in New York statt.
Der 1967 ausgelieferte NART Spider gehört zu einer extrem seltenen Serie, von der weltweit nur zehn Exemplare gebaut wurden. Für McQueen war der Erwerb des Sportwagens keine spontane Entscheidung, sondern das Ergebnis seiner langjährigen Faszination für Fahrzeuge mit Rennsport-Hintergrund. Der Schauspieler, der untrennbar mit dem Thema Autos verbunden ist, schätzte Wagen, die schnell waren, gut bremsten und Kurven beherrschten. Als das Magazin "Road & Track" den Ferrari im September 1967 vorstellte, nannte es ihn den "befriedigendsten Sportwagen der Welt". McQueen, der bereits eine enge Affinität zu Ferrari besaß, erwarb sein Exemplar als bewusste Entscheidung eines Automobilkenners.
Die Entstehung des NART Spider geht auf Luigi Chinetti zurück, den dreifachen Le-Mans-Sieger und US-Importeur von Ferrari. In den 1960er Jahren erkannte Chinetti die Nachfrage nach einer offenen Version des GTB/4. Ferrari autorisierte daraufhin eine Kleinserie bei Scaglietti. Von den zehn gebauten Exemplaren bestanden die ersten beiden aus Aluminium, während die übrigen acht mit einer Stahlkarosserie versehen wurden.
Das hier angebotene Chassis 10453 war der sechste gebaute NART Spider. Laut Ferrari-Historiker Marcel Massini verließ das Fahrzeug mit seiner Scaglietti-Karosserei das Werk in der Farbe "Blu Sera" mit schwarzem Connolly-Leder im Innenraum. Es war einer von nur zwei Wagen dieser spezifischen Ausstattung. Nach der Fertigstellung im September 1967 ging der Ferrari an Luigi Chinetti Motors und wurde nach Los Angeles geflogen. Da McQueen abwesend war, nahm sein Freund R. Lee Brown das Auto am Flughafen entgegen und brachte es in seine Werkstatt auf dem Hollywood Boulevard.
McQueens erste Reaktion auf den Wagen fiel nüchtern aus: "Nicht mein Blau." Trotz des hohen Kaufpreises ließ er den Wagen umgehend anpassen. Brown demontierte die Stoßstangen, installierte einen externen Renntankdeckel sowie einen Rallye-Spiegel und integrierte eine Radiokonsole mit versenkbarer Antenne. Der Polsterer Tony Nancy versah die Sitze mit einer markanten Naht.
Nach einem Auffahrunfall kurz nach der Fertigstellung wurde der Wagen von Hershel "Junior" Conway instand gesetzt und erneut in dunklem Metallic-Blau lackiert. Dabei erhielt das Heck seine charakteristischen Ausformungen. Bis heute trägt der Wagen diese Modifikationen aus seiner frühen Hollywood-Ära, ergänzt durch die kalifornische Zulassung ZSW 815 aus dem Jahr 1969.
Um 1971 übernahm J. David Kopf, ein Ingenieur und Sammler aus Kalifornien, das Fahrzeug. Kopf, der unter anderem den dreisitzigen Ferrari von Gianni Agnelli besessen hatte, behielt den NART Spider rund 15 Jahre lang in seiner Obhut. 1985 veräußerte er das Auto an einen Ferrari-Händler auf Long Island, von dem der heutige Besitzer es im darauffolgenden Jahr erwarb.
Seit vier Jahrzehnten bildet der Wagen das Herzstück einer der angesehensten US-Sammlungen. Abgesehen von Auftritten beim Louis Vuitton Classic 1996 und einer Ausstellung im Chrysler Museum of Art im Jahr 2003 führte der NART Spider ein abgeschiedenes Dasein. Er behielt seinen V12-Motor, das originale Getriebe und die Details aus der Ära von Steve McQueen.
Das US-Auktionshaus Gooding Christie's versteigert den Ferrari am 20./21. November während der Rétromobile in New York. Der Schätzpreis liegt bei 15 bis 20 Millionen US-Dollar, umgerechnet 13,35 bis 17,8 Millionen Euro.
T.Zimmermann--VB