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Protest für den Amazonas: Indigene blockieren Zugang zur Weltklimakonferenz
Bei der Weltklimakonferenz COP30 im brasilianischen Belém haben Dutzende Indigene friedlich den Haupteingang blockiert, um für den Schutz des Amazonas-Regenwalds zu demonstrieren. COP30-Präsident André Corrêa do Lago hörte sich die Forderungen der Indigenen am Freitag an und sagte ihnen zu, diese berücksichtigen zu wollen. Der deutsche Umwelt-Staatssekretär Jochen Flasbarth bezeichnete die Verhandlungen der mehr als 190 Staaten derweil als "konstruktiv", es sei aber "noch eine Menge des Weges zu gehen".
Aus Protest gegen die Bedrohung ihres Lebensraums im Amazonasgebiet bauten sich am Freitagmorgen (Ortszeit) etwa 60 Männer und Frauen vor dem Zugang zur sogenannten Blauen Zone auf, wo die Verhandlungen der COP30 stattfinden. Die Demonstrierenden trugen traditionelle Kleidung, Tätowierungen sowie Blumen- und Federschmuck der brasilianischen Indigenen, manche hatten ihre Babys dabei.
Die Blockade des Eingangsbereichs und einer angrenzenden Straße dauerte etwa zwei Stunden. Tausende COP-Teilnehmer mussten daher bei sengender Sonne lange Schlange stehen, um über einen Seiteneingang auf das Konferenzgelände zu gelangen. An der Seite des Geländes bezogen Soldaten und Polizisten Stellung. Die UNO betonte, dass es sich um eine "friedliche Demonstration" gehandelt und "keine Gefahr" für die Konferenzteilnehmer bestanden habe.
"Für unser Territorium zu kämpfen heißt, um unser Leben zu kämpfen", stand auf dem Transparent eines Teilnehmers zu lesen. Er und andere Indigene vom Munduruku-Stamm demonstrierten gegen Infrastrukturprojekte im Amazonas-Gebiet wie die geplante Erschließung von Ölfeldern an der Amazonas-Mündung und Pläne für eine Eisenbahnlinie durch das Amazonas-Gebiet. Die Demonstrierenden verlangten ein persönliches Gespräch mit Brasiliens Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva.
"Wir fordern die Anwesenheit von Präsident Lula, aber leider gelingt uns das nicht", sagte eine Vertreterin der Indigenen vor internationalen Medienvertretern. "Uns ist nie zugehört worden", beklagte sie und forderte, dass auch die Indigenen-Ministerin Sonia Guajajara und Umweltministerin Marina Silva sich persönlich den Forderungen der Indigenen stellen.
COP30-Präsident Corrêa do Lago und die COP30-Exekutivsekretärin und brasilianische Umweltstaatssekretärin Ana Toni kamen zu den Demonstrierenden, um mit ihnen und den beiden genannten Ministerinnen ein Gespräch zu führen. Corrêa do Lago sprach anschließend von einem "sehr positiven, sehr konstruktiven Dialog". Die Indigenen hätten "sehr berechtigte Sorgen vorgebracht" und er werde sich dafür einsetzen, dass diese bei den internationalen Klimaverhandlungen berücksichtigt werden.
Derweil wurde der COP-Haupteingang wieder geöffnet, so dass die Wartenden endlich auf das Konferenzgelände gelangen konnten. Am Dienstagabend hatten andere protestierende Indigene sich gewaltsam Zutritt zum Eingangsbereich der Blauen Zone verschafft. Dabei kam es zu Zusammenstößen mit Sicherheitskräften. Die brasilianische Regierung erklärte dazu am Donnerstagabend (Ortszeit), sie habe die durch den Vorfall zutage getretenen Sicherheitsprobleme behoben.
Derweil näherte sich die erste Konferenzwoche dem Ende. Zu den umstrittensten Themen gehören weiterhin die Finanzhilfen reicher Staaten für Maßnahmen gegen die Klimakrise in Entwicklungsländern. Außerdem wird darüber verhandelt, wie mehr Geld speziell für die Anpassung an die Erderwärmung in Entwicklungsländern bereitgestellt werden kann.
Auch wenn es kein offizieller Tagesordnungspunkt ist, müssen die Verhandler außerdem eine Antwort auf die Frage geben, wie sie auf die bislang völlig unzureichenden nationalen Ziele zur Verringerung der Treibhausgas-Emissionen reagieren wollen. Flasbarth versicherte bei einer Pressekonferenz in Belém, dass bei einem möglichen Bekenntnis zur internationalen Abkehr von klimaschädlichen fossilen Energieträgern auf Deutschland Verlass sei. Deutschland werde "alles mitmachen", was dazu in Belém auf den Weg gebracht werde.
F.Mueller--VB