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Nato fängt erneut Rakete aus dem Iran über türkischem Luftraum ab
Zum zweiten Mal seit Beginn des Iran-Kriegs hat die Nato eine Rakete aus dem Iran im türkischen Luftraum abgefangen. Das Verteidigungsbündnis habe "wieder eine Rakete auf ihrem Weg Richtung Türkei abgefangen", erklärte eine Nato-Sprecherin am Montag im Onlinedienst X. Das türkische Verteidigungsministerium hatte zuvor den Abschuss einer Rakete im türkischen Luftraum gemeldet. Demnach gingen Raketensplitter auf offenem Gelände in der an Syrien grenzenden südtürkischen Region Gaziantep nieder.
Verletzt wurde nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Ankara niemand. Die Nato-Sprecherin bekräftigte die Bereitschaft des Verteidigungsbündnisses, "alle Bündnispartner gegen jegliche Bedrohung zu verteidigen".
Nach Angaben des örtlichen Gouverneurs schlugen die Raketensplitter in Guneysehir ein, einem Bezirk von Gaziantep rund 200 Kilometer östlich von Adana. Schäden seien nicht entstanden. Aufnahmen zeigten ein Raketenfragment auf dem Gelände einer Baustelle.
Die USA forderten ihre Staatsbürger im Südosten der Türkei am Montag dazu auf, die Region umgehend zu verlassen. Die Menschen würden "dringend" aufgefordert, die Gegend "jetzt" zu verlassen, teilte die US-Botschaft in Ankara im Onlinedienst X unter Berufung auf das Außenministerium in Washington mit.
Zuvor waren bereits die "nicht für Notfälle zuständigen" Beschäftigten des Konsulats im südtürkischen Adana und deren Angehörige angewiesen worden, die Gegend sofort zu verlassen. Das Konsulat habe seine Dienstleistungen eingestellt. Im Süden des Nato-Mitgliedslands Türkei befindet sich der von der US-Luftwaffe genutzte Militärstützpunkt Incirlik.
Bereits am Mittwoch vergangener Woche war eine aus dem Iran abgefeuerte Rakete von einem Nato-Abwehrsystem im Luftraum des Bündnispartners Türkei zerstört worden. Die Nato hatte den Iran danach dafür verurteilt, die Türkei "ins Visier zu nehmen". Die türkische Regierung hatte erklärt, die Rakete habe vermutlich einen Militärstützpunkt auf Zypern treffen sollen und sei vom Kurs abgekommen.
Die USA und Israel hatten am 28. Februar massive Luftangriffe auf den Iran begonnen und dabei das geistliche Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei sowie weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Der Iran reagierte mit Gegenangriffen auf Israel, mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Golfregion.
E.Gasser--VB