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Trump verteidigt Krieg gegen Iran angesichts steigender Ölpreise
Angesichts massiv steigender Öl- und Gaspreise hat US-Präsident Donald Trump die Entscheidung zum Krieg gegen den Iran verteidigt. Die steigenden Preise seien nur ein kleines Opfer angesichts der Bedrohung durch das iranische Atomprogramm, schrieb Trump am Sonntag (Ortszeit) in seinem Onlinedienst Truth Social. Der Treibstoffpreis könnte sich auf die Zwischenwahlen in den USA im November auswirken. Der Republikaner Trump war vor einem Jahr mit dem Versprechen angetreten, die Inflation zu bekämpfen.
"Kurzfristige Ölpreise, die schnell wieder sinken werden, wenn die Zerstörung der atomaren Bedrohung durch den Iran beendet ist, sind ein sehr geringer Preis, der für Sicherheit und Frieden in den USA und auf der Welt zu zahlen ist", schrieb Trump weiter und betonte: "Nur Dummköpfe würden anders denken!"
Der Ölpreis war am Sonntag erstmals seit fast vier Jahren auf mehr als 100 Dollar pro Barrel gestiegen. Mit einem Preis von zwischenzeitig 109,17 US-Dollar (gut 94 Euro) pro Barrel verteuerte sich die US-Sorte WTI um 20 Prozent - so teuer war das Barrel seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022 nicht mehr. Die Nordsee-Sorte Brent kostete pro Barrel zwischenzeitig 110,35 US-Dollar, ein Anstieg von 19 Prozent. Im asiatischen Handel stieg der Ölpreis am Montag weiter, zeitweise erreichte er fast 120 Dollar.
Seit Beginn des Iran-Kriegs am 28. Februar ist die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft, de facto gesperrt. Die Meerenge zwischen der arabischen Halbinsel und dem Iran wird vom iranischen Militär kontrolliert. Öl- und Gasproduzenten der Golfstaaten begonnen mit einer Drosselung der Produktion.
Auch US-Energieminister Chris Wright beteuerte am Sonntag im Sender CNN, dass die angespannte Preissituation vorübergehend sei. Die Auswirkungen des Iran-Krieges würden "im schlimmsten Fall ein paar Wochen, aber nicht Monate" zu spüren sein, versicherte er. Die Energiepreise würden "nicht viel höher steigen, als sie jetzt sind, denn die Welt ist sehr gut mit Energie versorgt", bekräftigte Wright im Sender CBS. Bei den Preisanstiegen handele es sich lediglich um "emotionale Reaktionen und die Angst, dass es sich um einen lang dauernden Krieg handelt", sagte der Minister. "Dies ist kein lang dauernder Krieg."
Öltanker, die in der Golfregion festsäßen, könnten möglicherweise Geleit vom US-Militär erhalten, erläuterte Wright. Dazu liefen Gespräche mit den Reedereien. Der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus werde "relativ bald" wieder das gewohnte Niveau erreichen, zeigte sich der Minister überzeugt. Der Iran steht nach offiziellen US-Angaben für vier Prozent der weltweiten Ölproduktion.
Nach Angaben des Autoversicherers AAA stieg der Benzinpreis in den Vereinigten Staaten innerhalb einer Woche um 16 Prozent, Diesel verteuerte sich um 22 Prozent.
Wegen der auch in den Vereinigten Staaten gestiegenen Benzinpreise steht die Trump-Regierung unter Druck. Das Thema könnte sich auf die US-Zwischenwahlen im November auswirken. Trumps Umfragewerte waren bereits vor Beginn des Iran-Krieges stark gesunken.
B.Wyler--VB