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Freigabe von Öl-Notreserven: G7-Staaten "noch nicht soweit"
Die G7-Staaten haben eine Freigabe ihrer Ölreserven angesichts der steigenden Energiepreise infolge des Iran-Kriegs vorerst abgelehnt. "Wir sind noch nicht so weit", sagte der französische Finanzminister Roland Lescure am Montag nach einer Videokonferenz mit seinen Amtskollegen aus Deutschland, den USA, Japan, Kanada, Großbritannien und Italien. In den kommenden Wochen sei eine Freigabe aber denkbar.
"Wir haben vereinbart, bei Bedarf alle notwendigen Instrumente einzusetzen, um den Markt zu stabilisieren - einschließlich einer möglichen Freigabe der nötigen Lagerbestände", sagte Lescure in Brüssel, wo er anschließend an einem Treffen der Finanzminister der Eurogruppe teilnahm.
Die G7 teilten nach der Videokonferenz mit, sie würden "die Lage und Entwicklungen auf den Energiemärkten weiter beobachten". Zweck einer Freigabe aus den Notfallreserven wäre es, die Versorgung sicherzustellen und den rasanten Preisanstieg einzuschränken. Die Freigabe wird von der Internationalen Energieagentur (IEA) koordiniert, die G7 könnten eine Vorentscheidung treffen.
Bundesfinanzminister und Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) sagte am Rande eines Finanzministertreffens in Brüssel, Deutschland sei "offen" für eine Freigabe der Ölreserven "in einem koordinierten Verfahren zum richtigen Zeitpunkt".
Die Öl- und Gaspreise sind infolge des Krieges in die Höhe geschnellt. Der Ölpreis stieg erstmals seit fast vier Jahren wieder auf mehr als 100 Dollar pro Barrel. Auch der Gaspreis stieg weiter. Grund ist die faktische Sperrung der Straße von Hormus für Schiffe und Angriffe auf Raffinerien unter anderem in Katar, Saudi-Arabien und Bahrain.
A.Kunz--VB