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Regierungskrise in Grönland - Außenministerin Motzfeldt tritt zurück
Rückschlag für die wegen der US-Drohungen unter Druck stehende Regierung Grönlands: Nach dem Beschluss der Sozialdemokraten zum Verlassen der Koalition hat Außenministerin Vivian Motzfeldt am Freitag im Streit mit ihrer eigenen Partei den Rücktritt erklärt. Motzfeldt sagte der Nachrichtenagentur AFP, sie hoffe, dass die Entwicklungen nicht von den USA ausgenutzt würden. Vorerst will Regierungschef Jens-Frederik Nielsen das Außenressort von Motzfeldt übernehmen.
Grönlands Sozialdemokraten hatten seit einigen Tagen damit gedroht, die Koalition zu verlassen. Hintergrund sind die für den 24. März angesetzte Parlamentswahl in Dänemark und umstrittene Regeln für die Kandidaten im Wahlkampf. Grönland gehört als autonomes Gebiet zu dem EU- und Nato-Land.
Motzfeldt sagte der AFP, da sich ihre Partei aus der Koalition zurückziehe, müsse auch sie ihr Amt niederlegen. "In dieser Situation bin ich mit meiner eigenen Partei nicht einverstanden", fügte sie hinzu. Als Außenministerin stand Vivian Motzfeldt mit ihrem dänischen Kollegen Außenminister Lars Lökke Rasmussen im Zentrum der Gespräche mit Washington, nachdem US-Präsident Donald Trump wiederholt damit gedroht hatte, die größte Insel der Welt zu annektieren.
"Die Koalition mit den anderen Parteien steht weiterhin, und die Arbeit, die ich geleistet habe, wird von jemand anderem übernommen werden", sagte Motzfeldt. Doch die Tätigkeit sei "in dieser Situation nicht einfach", schränkte sie ein.
Er sei enttäuscht über das Ausscheiden des Koalitionspartners, erklärte Regierungschef Nielsen im Onlinedienst Facebook. "Die Äußerungen und Signale aus den Vereinigten Staaten haben deutlich gezeigt, dass wir uns im Zentrum einer ernsten geopolitischen Lage befinden", erklärte er. "Genau aus diesem Grund war es für mich wichtig, die größtmögliche Koalition zu bilden."
Nach der Wahl im März 2025 hatte Nielsen eine Koalition mit allen im grönländischen Parlament vertretenen Parteien gebildet - mit Ausnahme von Naleraq, der Partei, die sich am stärksten für eine rasche Unabhängigkeit von Kopenhagen einsetzt.
US-Präsident Trump hatte nach seiner Rückkehr ins Weiße Haus immer wieder Besitzansprüche auf Grönland erhoben. Er stürzte die Nato damit in eine tiefe Krise. Drohungen einer Übernahme mit Gewalt nahm er im Januar zurück. Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen warnte im Februar aber, Trump wolle das rohstoffreiche und strategisch wichtig gelegene Grönland nach wie vor besitzen.
R.Flueckiger--VB