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Heftigen Explosionen in Teheran - Iranische Spitzenpolitiker nehmen an Kundgebung teil
Rund zwei Wochen nach Beginn des Iran-Kriegs hat Israel eine neue Welle von Angriffen auf Teheran gestartet. Die iranische Hauptstadt wurde am Freitag von heftigen Explosionen erschüttert. Bei einer Detonation in der Nähe einer Kundgebung, an der mehrere Vertreter der iranischen Führung teilnahmen, darunter Präsident Massud Peseschkian und Sicherheitschef Ali Laridschani, wurde eine Frau getötet. Im Oman wurden bei mutmaßlichen iranischen Gegenangriffen zwei Menschen getötet. Abwehrsysteme der Nato schossen derweil nach Angaben Ankaras eine weitere iranische Rakete über der Türkei ab.
Aus Teheran berichteten AFP-Journalisten von lauten Explosionen über der Stadt. Die israelische Armee hatte am Morgen eine neue Welle von Luftangriffen auf Ziele in Teheran angekündigt. Am Donnerstag hatte die Armee nach eigenen Angaben mehr als 200 Ziele im Westen und Zentrum des Iran getroffen.
Pentagon-Chef Pete Hegseth sagte, die USA und Israel hätten seit Kriegsbeginn insgesamt mehr als 15.000 Ziele im Iran angegriffen. Im Laufe des Freitags sei mit den bislang intensivsten Bombardements zu rechnen. US-Präsident Donald Trump erklärte, sein Land verfüge "über beispiellose Feuerkraft, unbegrenzte Munition und reichlich Zeit".
Trotz der neuen israelischen Angriffswelle trat eine ganze Reihe ranghoher Vertreter der iranischen Führung am Freitag in Teheran bei einer Kundgebung zur Unterstützung der Palästinenser auf, unter ihnen Sicherheitschef Laridschani, Präsident Peseschkian, Justizchef Gholamhossein Mohseni Edschei und Außenminister Abbas Araghtschi. Das Staatsfernsehen zeigte Peseschkian, wie er Anhänger begrüßte und Selfies auf den regennassen Straßen von Teheran machen ließ.
Die staatliche Nachrichtenagentur Irna meldete wenig später, dass in der Nähe der Demonstration mindestens eine Frau bei einer Explosion getötet worden sei. Die israelische Armee hatte am Morgen zur Evakuierung von zwei Gebiete in der Nähe des Veranstaltungsortes aufgerufen.
Laridschani bezeichnete die US-israelischen Angriffe auf den Iran als einen Akt der "Verzweiflung". Je mehr Druck Trump ausübe, "desto stärker wird die Entschlossenheit der Nation werden", sagte Laridschani während der Kundgebung. Als Justizchef Edschei im Staatsfernsehen sprach, war im Hintergrund eine Explosion zu hören.
Solche Auftritte von Vertretern der iranischen Führung sind seit Kriegsbeginn am 28. Februar und der Tötung des damaligen Führers Ayatollah Ali Chamenei sehr selten. Sein Sohn und Nachfolger Modschtaba Chamenei ist bisher nicht in der Öffentlichkeit aufgetreten. Am Donnerstag wurde die erste Botschaft von ihm seit seiner Ernennung am vergangenen Sonntag im staatlichen Fernsehen verbreitet - verlesen von einer Journalistin. Hegseth sagte am Freitag, nach Erkenntnissen der USA sei Modschtaba Chamenei durch die Angriffe "verwundet und wahrscheinlich entstellt" worden.
Die iranischen Revolutionsgarden warnten die Menschen im Iran am Freitag eindringlich vor neuen Protesten gegen die Regierung. Die Reaktion auf neuerliche Demonstrationen werde "noch schärfer" ausfallen als bei der Protestwelle im Januar, teilten die Revolutionsgarden mit. Damals waren tausende Demonstranten getötet worden.
Der Iran setzte unterdessen seine seit Kriegsbeginn anhaltenden Gegenangriffe fort. Das Staatsfernsehen sprach von einer "neuen Welle iranischer Raketenangriffe" auf Israel. Bei einem Angriff auf die israelische Stadt Zarzir wurden nach Angaben der örtlichen Behörden rund 60 Menschen verletzt.
Im Oman wurden nach Angaben von Staatsmedien zwei ausländische Arbeiter bei einem Drohnenangriff getötet. In Saudi-Arabien wurden Regierungsangaben zufolge mehrere Drohnen abgefangen.
In Dubai wurde ein Gebäude von herabfallenden Trümmern eines abgefangenen Geschosses getroffen. Bei dem Vorfall im Finanzbezirk wurde nach Behördenangaben niemand verletzt. AFP-Reporter hörten zwei laute Explosionen im Zentrum von Dubai. Die bei Touristen beliebte Metropole wird seit Beginn des Iran-Kriegs immer wieder zum Ziel von Angriffen.
Auch der Irak wird zunehmend zu einem Schauplatz im Iran-Krieg. Ein französischer Soldat wurde bei einem Drohnenangriff auf einen Militärstützpunkt in der autonomen Kurdenregion im Nordirak getötet. Vier Besatzungsmitglieder eines US-Tankflugzeugs kamen im Westen des Irak ums Leben. Das US-Militär erklärte, der Absturz der Maschine am Donnerstag sei nicht durch feindlichen Beschuss oder den versehentlichen Beschuss verbündeter oder der eigenen Truppen verursacht worden. Die pro-iranische Allianz Islamischer Widerstand im Irak gab hingegen an, das US-Flugzeug abgeschossen zu haben.
In der Türkei fingen Abwehrsysteme der Nato nach Angaben Ankaras eine weitere aus dem Iran abgeschossene Rakete ab. Stunden zuvor waren auf dem von der Nato genutzten Luftwaffenstützpunkt Incirlik im Süden der Türkei Sirenen zu hören gewesen, wie türkische Staatenmedien berichteten. Es handelte sich um die dritte iranische Rakete, die seit Kriegsbeginn im Luftraum des Nato-Mitglieds Türkei abgefangen wurde.
K.Hofmann--VB