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Studie: Neuseelands Wälder absorbieren deutlich mehr CO2 als bislang angenommen
Neuseelands Wälder speichern laut einer Studie deutlich mehr klimaschädliches Kohlendioxid als bislang angenommen. Statt der bislang geschätzten 24 Millionen bis 118 Millionen Tonnen CO2 absorbierten die Wälder des Landes fast 171 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr, erklärten Wissenschaftler des Nationalen Instituts für Wasser- und Atmosphärenforschung (NIWA) am Dienstag.
Die Untersuchung beruht auf Modellrechnungen. Mit einem Supercomputer des Forschungsinstituts wurden Daten aus den Jahren 2011 bis 20220 neu ausgewertet. Die vollständige Studie soll im Fachblatt "Atmospheric Chemistry and Physics" veröffentlicht werden.
Der große Unterschied zwischen den alten Schätzungen und der neuen Berechnung sei insbesondere auf unterschiedliche Ergebnisse für Neuseelands Südinsel zurückzuführen, erklärte Studien-Co-Autorin Beata Bukosa. Besonders gute CO2-Speicher sind demnach "alte natürliche Wälder und bestimmtes Grasland".
Bei ihren Neuberechnungen wurden die NIWA-Forscher von Wissenschaftlern des neuseeländischen Umweltministeriums unterstützt. Zu klären ist nun, ob der Befund in Neuseelands Klimabilanz einbezogen wird und es der Regierung damit erleichtert wird, ihre Klimaschutzzusagen zu erfüllen.
Laut NIWA-Wissenschaftlerin Sara Mikaloff-Fletcher muss Neuseeland voraussichtlich noch zusätzliche 84 Millionen Tonnen an Treibhausgasemissionen ausgleichen, um die Zusagen zu erfüllen, die es zur Einhaltung des Pariser Klimaabkommens bis zum Jahr 2030 gemacht hat.
Mikaloff-Fletcher warb dafür, die Studie vor allem zum Anlass zu nehmen, bei der Umsetzung der Klimaziele stärker auf ein "besseres Management unserer natürlichen Wälder und anderen Lands" zu setzen, statt in umstrittene Emissionsausgleichsprojekte im Ausland zu investieren. Dies wäre außerdem ein Beitrag zur Artenvielfalt, legte sie dar.
Die an der Studie beteiligte Expertin Andrea Brandon vom neuseeländischen Umweltministerium erklärte, bevor Neuseeland über seine Emissionen Bericht erstatten könne, seien weitere Untersuchungen notwendig. "Die Ergebnisse dieser Studie deuten darauf hin, dass es irgendwo im System eine zusätzliche Aufnahme von Kohlendioxid gibt, die wir derzeit nicht messen", erklärte sie. "Wir müssen identifizieren, was uns entgeht, damit wir unsere Messmethoden verfeinern können."
NIWA-Forscherin Bukosa pflichtete ihr bei, es müsse geklärt werden, warum die heimischen Wälder mehr CO2 speicherten als angenommen - "und was dies für unsere Bemühungen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen und das Erreichen unserer inländischen und internationalen Ziele bedeuten könnte".
M.Vogt--VB