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Spektakuläre Olympia-Eröffnungsfeier auf der Seine begeistert Publikum trotz Regens
Ungeachtet des Regens haben Hunderttausende in Paris begeistert die Bootsparade der Olympia-Teilnehmer und die spektakulären Show-Einlagen gefeiert. Das deutsche Olympia-Team defilierte wegen der nach dem französischen Alphabet erstellten Reihenfolge als eines der ersten der insgesamt 85 auf der Seine fahrenden Boote, die von den Zuschauern am Ufer und auf den Brücken bejubelt wurden.
Roter Faden der Zeremonie war ein mysteriöser Fackelträger, der in Filmeinlagen immer wieder zu sehen war. Er bewegte sich über die Dächer von Paris und durch den Louvre. Seine oder ihre Identität sollte voraussichtlich am Ende enthüllt werden, wenn das olympische Feuer angezündet wird.
Die effektvolle Inszenierung griff zahlreiche französische Wahrzeichen und Klischees auf. Sie war zugleich eine Hommage an die grundlegenden Werte der französischen Republik, Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit - und dabei auch an die Diversität.
So trat etwa die malisch-französische Sängerin Aya Nakamura gemeinsam mit einem Orchester der republikanischen Garde vor der Kulisse der Académie auf. Der erwartete Auftritt hatte zuvor rassistische Kommentare rechtspopulistischer Politiker ausgelöst.
Eine Filmeinlage inszenierte ein homosexuelles Paar, das sich in der frisch renovierten Nationalbibliothek näher kommt und lediglich über Buchtitel miteinander kommuniziert.
Aufsehen erregende Tanzeinlagen - auf dem Gerüst der Pariser Kathedrale Notre-Dame oder auf schwankenden Metallstangen - faszinierten das Publikum.
In einer ersten Show-Einlage trat US-Sängerin Lady Gaga in einer schwarzen Korsage auf, begleitet von Tänzern mit rosa Puscheln, passend zum Titel "Mon truc en plumes". Die französische Metal-Band Gojira interpretierten gemeinsam mit der klassischen Sängerin Marina Viotti den französischen Revolutionsgesang "Ah! Ça ira".
Auch die erstmals bei den Olympischen Spielen vertretenen Sportarten wie BMX und Skateboard hatten ihren Platz bei der Eröffnungsfeier - mehrere Sportler zeigten ihre Künste unter erschwerten Bedingungen auf Booten.
Mehr als 320.000 Menschen versammelten sich an den Seine-Ufern und auf den Brücken, mehr als eine Milliarde Menschen verfolgen die Eröffnungszeremonie weltweit auf den Bildschirmen. Es war das erste Mal, dass die Zeremonie nicht in einem Stadion stattfand.
Auf einer Ehrentribüne gegenüber des Eiffelturms befanden sich etwa 85 Staats- und Regierungschefs und zahlreiche weitere Ehrengäste. Etwa 45.000 Sicherheitskräfte und 15.000 Soldaten waren im Einsatz, um die Zeremonie abzusichern.
G.Haefliger--VB