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BA-Chefin Nahles hofft nach schwierigem Jahr auf dem Arbeitsmarkt auf Wende
Nach fast drei Millionen Arbeitslosen im vergangenen Jahr hofft die Chefin der Bundesagentur für Arbeit (BA), Andrea Nahles, auf die Wende. Der Arbeitsmarkt habe sich 2025 "schrittweise in eine ungünstige Richtung entwickelt", erklärte Nahles am Mittwoch. "Es deutet aber einiges darauf hin, dass wir die Talsohle erreicht haben." Die Zahl der Arbeitslosen blieb 2025 im Jahresverlauf knapp unter der Drei-Millionen-Marke.
Im Schnitt waren im vergangenen Jahr 2,948 Millionen Menschen arbeitslos, wie die BA mitteilte. Im Vergleich zum Jahr 2024 stieg die Zahl der Arbeitslosen um 161.000. Die Arbeitslosenquote kletterte um 0,3 Prozentpunkte auf 6,3 Prozent.
Damit stiegen Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung das dritte Jahr in Folge, Grund war die "anhaltende Wirtschaftsschwäche". Die Chancen für Arbeitslose in Deutschland auf einen Job lagen damit 2025 auf "historisch niedrigem Niveau". Die Arbeitskräftenachfrage sei einerseits zu schwach gewesen, um das zunehmende Arbeitsangebot aufzunehmen, andererseits hätten die Profile der Arbeitslosen oftmals nicht zur Nachfrage gepasst, erklärte die BA.
Auch Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) verwies auf die Wirtschaftsschwäche. Ihr Ministerium betonte aber, dass sich bei der Unterbeschäftigung, die auch Teilnehmer an Maßnahmen der Arbeitsförderung und kurzfristig Erkrankte mit einbezieht, seit Sommer ein "leicht sinkender Trend" zeige.
Im letzten Monat des vergangenen Jahres hielt die schwache Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt an. Im Dezember waren laut BA 2,908 Millionen Menschen arbeitslos, das waren 101.000 mehr als im Vorjahresvergleich. Grund für den hohen Anstieg war den Angaben zufolge auch die einsetzende Winterpause. Die Arbeitslosenquote kletterte auf 6,2 Prozent.
ING-Analyst Carsten Brzeski sprach von den schlechtesten Dezember-Zahlen seit 2010. Er zeigte sich deutlich pessimistischer als BA-Chefin Nahles: Die schrittweise Verschlechterung des Arbeitsmarktes werde sich wahrscheinlich fortsetzen, erklärte er. Angesichts einer "seit mehr als fünf Jahren stagnierenden Wirtschaft und schwerwiegender struktureller Herausforderungen für die Industrie" sei eine Verschlechterung der Lage auf dem Arbeitsmarkt unvermeidlich.
Der Maschinenbauverband VDMA forderte die Bundesregierung zu "Taten statt Ankündigungen" auf - er verlangte eine Senkung der Sozialabgaben, eine flexible, wöchentliche Höchstarbeitszeit sowie den konsequenten Abbau von Bürokratie. Vorhaben wie das Bundestariftreuegesetz müssten begraben werden, erklärte VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann.
Die Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau wollten "ihre Stammbelegschaft zwar halten - mehr Unternehmen planen dennoch mit Stellenabbau", erklärte Brodtmann. Das liege an den "schwierigen Rahmenbedingungen", etwa den "im internationalen Vergleich viel zu hohen Unternehmenssteuern".
F.Stadler--VB