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Vom Kaiserpalast zu Hightech-Robotern: Merz schließt China-Reise ab
Vom Kaiserpalast bis zu Hightech-Robotern mit Kung-Fu-Künsten: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat am Donnerstag seinen zweitägigen Antrittsbesuch in China mit dem Besuch historischer Stätten und Unternehmensbesuchen zu Zukunftstechnologien abgeschlossen.
Merz besuchte am Morgen zunächst die Verbotene Stadt im Pekinger Zentrum. Er ließ sich die weitläufige Palastanlage aus der Kaiserzeit vom Leiter des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) Peking, Dominic Hosner, erläutern. Ins Gästebuch der Verbotenen Stadt schrieb er danach neben einigen Gedichtzeilen von Schiller eine persönliche Botschaft: "Ich wünsche uns ein gutes Tempo, Kraft und Energie für das Jahr des Pferdes. Möge es ein Jahr der Zusammenarbeit und des Wachstums für Deutschland und China werden."
In der chinesischen Hauptstadt folgte dann noch ein Zwischenstopp beim Autobauer Mercedes. Unternehmenschef Ola Källenius stellte dem Kanzler ein weitgehend selbstfahrendes S-Klasse-Modell vor. Merz saß auf dem Beifahrersitz, nur für Notfälle fuhr ein Fahrer mit, um bei Problemen einzugreifen. "Das ist erstaunlich", sagte Merz nach seiner Probefahrt durch die Umgebung eines Flughafen-Hotels. "Tolles Auto."
Im Anschluss flog Merz weiter in die Technologie-Metropole Hangzhou im Osten Chinas. Nach einem Treffen mit dem Parteisekretär der Provinz Zhejiang, Wang Hao, besuchte er den chinesischen Roboter-Hersteller Unitree. Dieser hatte in Chinas Staatsfernsehen zum Neujahrsfest mit einer Kung-Fu-Truppe humanoider Roboter international für Furore gesorgt.
Auch Merz sah nun diese Aufführung, bei denen die menschenähnlichen Roboter springen, tanzen, kämpfen und sogar Saltos schlagen. In einer Ausstellung des Unternehmens wurden auch lebensnähere Anwendungen gezeigt: KI-gesteuerte Roboter, die im Haushalt Küchenaufgaben übernehmen oder Wäsche einsammeln sowie vierbeinige Varianten, die etwa als Inspektions- oder Löschroboter eingesetzt werden können. Erste Modelle sind in China schon auf dem Markt zu kaufen.
Als letzter Termin der China-Reise von Merz stand ein Besuch in einem Werk von Siemens Energy auf dem Programm. Dort werden mit einem chinesischen Joint Venture Hochspannungs- und Schutzschalter produziert, die Kurzschlüsse in Kraftwerken und Umspannstationen verhindern sollen.
Am Nachmittag reist Merz zurück nach Berlin, wo er in der Nacht eintrifft. Davor gibt er noch ein Abschlussstatement zu seinem Besuch (etwa 16.30 Uhr Ortszeit, 09.30 MEZ).
Merz hatte bei seinem Antrittsbesuch am Mittwoch zunächst Chinas Ministerpräsident Li Qiang und Staatspräsident Xi Jinping zu Gesprächen getroffen. Beide Seiten hatten dabei ihren Willen zur Vertiefung ihrer Beziehungen trotz vieler Streitpunkte vor allem im Wirtschaftsbereich geäußert. Für das Jahresende wurden deutsch-chinesische Regierungskonsultationen vereinbart.
Aus deutscher Sicht geht es dabei vor allem um fairere Wettbewerbsbedingungen für deutsche Unternehmen auf dem chinesischen Markt sowie das wachsende Handelsbilanzdefizit mit China. Vor dem Hintergrund des Zollstreits in den USA ist die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt weiter am Zugang zum europäischen Markt interessiert, wo aber zunehmend Schutzmaßnahmen etwa gegen subventionierte E-Autos aus China gefordert werden.
Nach einem mehrstündigen Treffen mit Abendessen mit Präsident Xi kündigte Merz überraschend einen chinesischen Großauftrag für den europäischen Flugzeugbauer Airbus von bis zu 120 Maschinen an. Der Kanzler forderte die chinesische Führung bei dem Besuch aber auch erneut auf, bei den Bemühungen um eine Beendigung des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine ihren Einfluss auf Moskau geltend zu machen.
U.Maertens--VB