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Aufträge für die Industrie im April zurückgegangen - vor allem in der Autobranche
Nach einem kräftigen Anstieg im März sind die Aufträge für das Verarbeitende Gewerbe im April zurückgegangen. Das Minus betrug 3,8 Prozent im Vergleich zum März, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Montag mitteilte. Vor allem in der Autobranche und im Maschinenbau gingen die Aufträge stark zurück. Experten erklären das vor allem mit dem Iran-Krieg, der Ende Februar begonnen hatte. Die kommenden Monate seien "herausfordernd".
Im März war der Auftragseingang noch stark gewachsen, er nahm nach einer Revision des Statistikamts um 4,5 Prozent im Vergleich zum Februar zu. Im Dreimonatsvergleich von Februar bis April stieg der Auftragseingang - Großaufträge herausgerechnet - um 3,5 Prozent.
Das Bundeswirtschaftsministerium erklärte, zu Beginn des zweiten Quartals im April sei es "erwartungsgemäß" zu einem "Rücksetzer" gekommen, weil die Aufträge zuvor so stark angestiegen waren. Grund für das kräftige Plus im März waren demnach auch vorgezogene Bestellungen angesichts drohender Lieferengpässe durch die faktische Sperrung der Straße von Hormus. Im Vergleich zum April 2025 lagen die Aufträge im April 2026 noch um 1,6 Prozent im Plus, wie das Ministerium betonte.
"Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe haben sich in der zweiten Jahreshälfte 2025 belebt und waren bis zu Beginn des Iran-Kriegs - unter teils hohen Schwankungen durch Großaufträge - in der Tendenz aufwärtsgerichtet", erläuterte das Ministerium. Doch "am aktuellen Rand mehren sich die Anzeichen, dass sich die Preissteigerungen für Energie und Rohstoffe sowie die deutlich erhöhte geopolitische Unsicherheit zunehmend in einer geringeren Nachfrage insbesondere nach Investitionsgütern niederschlagen".
In den kommenden Monaten dürfte sich die Industriekonjunktur demnach "weiter nur verhalten entwickeln", erwarten die Experten des Wirtschaftsministeriums. Der wissenschaftliche Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung, Sebastian Dullien, sieht die deutsche Industrie wegen des Iran-Kriegs vor "herausfordernden Monaten". Eine Erholung des Verarbeitenden Gewerbes dürfte sich demnach erst einstellen, wenn die Energiepreise wieder spürbar nachgeben und damit die jetzt vom Krieg ausgebremste Konjunkturerholung wieder Fahrt gewinnt.
M.Vogt--VB