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Xi will chinesisch-nordkoreanische Beziehungen zu "neuen Höhen" bringen
Bei einem seiner seltenen Besuche in Nordkorea hat Chinas Präsident Xi Jinping seine Bereitschaft erklärt, die Beziehungen zwischen den Nachbarländern "zu neuen Höhen" zu bringen. Beide Seiten sollten ihren Austausch in den Bereichen Diplomatie, Strafverfolgung und Militär verstärken, sagte Xi laut der staatlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua während eines Gesprächs mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un am Montag in Pjöngjang. Zudem sollten demnach die Zusammenarbeit im Handel, in der Landwirtschaft und in der Technologie intensiviert werden, wie auch die gegenseitigen Besuche von Chinesen und Nordkoreanern.
Es ist Xis erster Besuch in dem international weitgehend isolierten Land seit 2019 und seine erste Auslandsreise in diesem Jahr. Die Reise erfolgte chinesischen Angaben zufolge auf Einladung Kims.
Xi war am Montag zu einem zweitägigen Besuch in Nordkorea eingetroffen. Er wurde mit seiner Frau Peng Liyuan von Machthaber Kim und dessen Frau Ri Sol Ju am Flughafen von Pjöngjang begrüßt, wie auf Fotos von Xinhua zu sehen war. Den Gästen wurde ein Empfang mit Salutschüssen und einer jubelnden Menge bereitet.
"Ganz gleich, wie sich die Zeiten ändern oder wie sich die internationale Lage entwickelt - die traditionelle Freundschaft zwischen China und Nordkorea wird stets unerschütterlich bleiben", schrieb Xi in einem am Montag in der nordkoreanischen Zeitung "Rodong Sinmun" veröffentlichten Gastbeitrag.
Xi hatte Kim zuletzt im September getroffen, als der nordkoreanische Machthaber und Russlands Präsident Wladimir Putin Ehrengäste bei einer Militärparade in Peking anlässlich des 80. Jahrestages der Kapitulation Japans am Ende des Zweiten Weltkriegs waren.
China ist Nordkoreas wichtigster Handelspartner und unterstützt das international weitgehend isolierte Nachbarland diplomatisch, wirtschaftlich und politisch. Wegen seines Raketen- und Atomprogramms wurden zahlreiche Sanktionen gegen Nordkorea verhängt. Das Land baute aber seine Beziehungen zu Russland in den vergangenen Jahren deutlich aus und unterstützte Moskau im Ukraine-Krieg mit der Entsendung von tausenden Soldaten.
Einige Beobachter sehen in Xis Besuch den Versuch, sich dem wachsenden Einfluss Russlands entgegenzustellen, doch Minseon Ku von der DePaul-Universität in Chicago betont, dass "Moskau insgesamt nicht eine Großmacht wie China" sei. "Das Machtverhältnis zwischen Moskau und Pjöngjang ist ausgeglichener als das Verhältnis zwischen Peking und Pjöngjang. Moskau braucht Kim für seinen Krieg in der Ukraine, so wie Kim Technologie und Lebensmittel aus Russland braucht", sagte sie der Nachrichtenagentur AFP.
Nordkoreas Atomprogramm ist indes ein strittiger Punkt in den Beziehungen zu China. Während des Besuchs von US-Präsident Donald Trump in Peking wenige Wochen vor Xis Nordkorea-Reise bekräftigten beide Seiten nach Angaben des Weißen Hauses "ihr gemeinsames Ziel, die koreanische Halbinsel zu denuklearisieren". Die einflussreiche Schwester von Nordkoreas Machthaber Kim, Kim Yo Jong, erklärte indes erst am Sonntag: "Unser Status als Atommacht ist absolut nicht verhandelbar." 2023 hatte Nordkorea seinen Status als Atommacht auch in seiner Verfassung verankert.
Experten zufolge hat Peking wahrscheinlich Nordkorea als Atommacht akzeptiert und wird Pjöngjang nicht zur Aufgabe seines Atomprogramms zwingen, sondern stattdessen auf Stabilität in der Region pochen. "Chinas weiterreichende Strategie profitiert von einem stabilen, schwerbewaffneten und verbündeten Pufferstaat, der die militärischen Kräfte der USA und seiner Verbündeten absorbiert", sagte Seong-Hyon Lee, Gastwissenschaftler am Asien-Zentrum der US-Universität Harvard, der Nachrichtenagentur AFP.
K.Sutter--VB