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Anyomi und Bühl treffen: DFB-Frauen im Finale gegen Spanien
Nach frühem Rückstand und teils wildem Schlagabtausch haben sich die deutschen Fußballerinnen erstmals ins Nations-League-Finale gekämpft. Die Auswahl von Bundestrainer Christian Wück kam in Frankreich nach dem 1:0 im Halbfinal-Hinspiel zu einem 2:2 (1:1) und fordert nun in der Neuauflage des EM-Halbfinales die Weltmeisterinnen aus Spanien.
Nicole Anyomi (12.) und Klara Bühl (50.) schlugen zurück, Stina Johannes zeigte im Tor starke Paraden, nachdem Melvine Malard (3.) das DFB-Team im Stade Michel-d'Ornano direkt zu Beginn kalt erwischt hatte. Clara Mateo (89.) glich kurz vor Schluss aus. Im Finale spielt Deutschland am 28. November in Kaiserslautern, das Rückspiel findet am 2. Dezember in Spanien statt. Die Vize-Europameisterinnen, die Deutschlands EM-Titeltraum hatten platzen lassen, gewannen nach der 4:0-Gala im Hinspiel auch in Schweden mit 1:0 (0:0).
Vier Tage nach dem Chancenwucher im Hinspiel in Düsseldorf setzte Wück auf Kontinuität und veränderte seine Startelf nur auf einer Position. Nach abgesessener Gelbsperre rückte Vize-Kapitänin Janina Minge für Kathrin Hendrich in die Innenverteidigung. Das Ziel: "Dass wir ohne weitere Veränderung die Leistung vom Hinspiel wieder abrufen", sagte Wück im ZDF, und: "Dass wir in 90 Minuten durchkommen."
Doch statt Stabilität folgte der frühe Nackenschlag: Minge konnte Selma Bacha nicht aufhalten, vor dem Tor verlor die nervös wirkende Camilla Küver, am Trikot gezogen, die Balance - und Malard köpfte aus kurzer Distanz ein. Obwohl der Vorsprung schnell dahin war, fing sich das deutsche Team bald wieder.
Und belohnte sich prompt beim ersten Abschluss. Auf Vorarbeit von Jule Brand schüttelte Anyomi Verteidigerin Maelle Lakrar mit einer Drehung ab und traf von der Strafraumgrenze mit einem präzisen Linksschuss in den Winkel. Die Stürmerin von Eintracht Frankfurt, die die EM im Sommer aufgrund von Knieproblemen verpasst hatte, verbuchte ihr drittes Tor im 29. Länderspiel.
Dann aber erhöhte wieder Frankreich den Druck. Johannes, Vertreterin der verletzt fehlenden EM-Heldin Ann-Katrin Berger im deutschen Tor, verhinderte gegen Sakina Karchaoui (22.), Malard (32.) und Delphine Cascarino (43.) den nächsten Gegentreffer. Zwischendurch zappelte der Ball sogar im Netz, der Treffer von Cascarino (38.) aber zählte aufgrund einer Abseitsstellung nicht.
Nach dem Seitenwechsel zeigten sich die Gäste stabiler - und setzten diesmal schnell den ersten Wirkungstreffer. Aus spitzem Winkel zog Bühl mit links ab, von der Unterkante der Latte rauschte der Ball unhaltbar für Pauline Peyraud-Maignan ins Tor. In der 69. Minute jubelte Anyomi schon über die Vorentscheidung - doch nach VAR-Check zählte ihr Tor nicht, weil Vorbereiterin Bühl im Abseits gestanden hatte.
B.Baumann--VB