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Hanfmann nervt Alcaraz - und verliert doch glatt
Yannick Hanfmann gab in der mächtigen Rod Laver Arena alles, er ließ sein Herz auf dem Platz - doch die Sensation blieb aus. Der Tennisprofi hat sein Highlightmatch in der zweiten Runde der Australian Open gegen den Weltranglistenersten Carlos Alcaraz mit 6:7 (4:7), 3:6, 2:6 verloren. Hanfmann verkaufte sich dabei aber teuer.
"Ich wusste, dass er großartig spielen wird, ich kenne sein Niveau. Es war trotzdem schwerer als gedacht am Anfang", lobte Alcaraz: "Ich habe den Ball nicht so gespürt - und seine Bälle kamen wie eine Bombe. Deswegen bin ich froh, diesen schwierigen ersten Satz überstanden zu haben."
Nach 2:44 Stunden verwandelte Alcaraz, der vor allem zu Beginn hart arbeiten musste, seinen dritten Matchball. Der Spanier trifft auf der Jagd nach seinem siebten Grand-Slam-Titel nun auf Corentin Moutet (Frankreich). Hanfmann muss hingegen weiter auf seinen ersten Drittrundeneinzug bei einem Majorturnier warten.
Hanfmann hatte gegen Alcaraz bereits einmal verloren, als der Spanier erst 16 gewesen war. Doch der mittlerweile 22 Jahre alte Alcaraz hatte zu Beginn durchaus Probleme mit dem Deutschen. Hanfmann ließ sich von der Kulisse nicht einschüchtern und erarbeitete sich immer wieder anerkennenden Beifall in der Arena.
Alcaraz hingegen wirkte seltsam fest und produzierte mehr Fehler als gewohnt. Für den ersten Satzgewinn musste er 78 Minuten ackern. Danach aber wurde sein Arm lockerer, und die Wege für Hanfmann wurden länger. Der 34-Jährige ließ sich nach dem zweiten Satz am Bauchmuskel behandeln und war nun nicht mehr ganz auf Augenhöhe. Mit mehreren sehenswert abgewehrten Matchbällen sorgte er aber noch einmal für Begeisterung.
"Ich fand die Leistung auch gut. Es war schwierig, so die Intensität zu halten - gerade gegen ihn, der solche Matches gewöhnt ist", sagte Hanfmann im Anschluss erschöpft: "Spielerisch bin ich sehr zufrieden, aber physisch haben ein paar Prozent gefehlt."
A.Zbinden--VB