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Chiles künftiger Präsident ernennt frühere Anwälte von Diktator Pinochet als Minister
Der ultrarechte künftige chilenische Präsident José Antonio Kast hat zwei frühere Anwälte des chilenischen Diktators Augusto Pinochet in sein Kabinett berufen. Der Pinochet-Fan Kast stellte am Dienstag (Ortszeit) Fernando Barros als seinen Kandidaten für das Amt des Verteidigungsministers und Fernando Rabat für das Justiz- und Menschenrechtsministerium vor. Beide hatten den langjährigen Diktator in der Vergangenheit vor Gericht vertreten.
Sein Kabinett nannte Kast bei der Vorstellung in Santiago "ein großartiges Team für schwierige Zeiten". Es sei "nicht das Ergebnis von Quoten, Berechnungen oder Druck", sondern "einer tiefen Überzeugung und einer gemeinsamen Berufung: Chile immer an erste Stelle zu setzen."
Kast hatte im Dezember die Stichwahl um die chilenische Präsidentschaft gewonnen. Der deutschstämmige Sohn eines Wehrmachtssoldaten und Vater von neun Kindern wird am 11. März vereidigt.
Der 68-jährige Barros hatte Pinochets Anwaltsteam angeführt, als dieser 1998 in London festgenommen worden war. Die spanische Justiz hatte Pinochets Auslieferung beantragt, um ihn wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor Gericht zu stellen. Der 53-jährige Rabat vertrat Pinochet in einem Fall von Veruntreuung öffentlicher Gelder.
Die Militärdiktatur von General Pinochet in Chile endete 1990. Unter Pinochets Herrschaft wurden nach heutigen offiziellen Angaben etwa 3200 linksgerichtete Aktivisten und andere Regierungsgegner ermordet und mehr als 38.000 weitere Menschen gefoltert. Pinochet starb 2006 im Alter von 91 Jahren, ohne je für die Verbrechen unter seiner Herrschaft verurteilt worden zu sein.
H.Weber--VB