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Iran-Krieg: Teheran greift US-Botschaften und weitere Ziele in Golfregion an
Nach einer Serie von Angriffen auf Botschaften, Industrieanlagen und Flughäfen in der Golfregion haben die iranischen Revolutionsgarden am Dienstag weitere massive Angriffe gegen Israel und die USA angedroht. "Das Tor zur Hölle wird sich für die USA und Israel weiter und weiter öffnen", sagte der Sprecher der Revolutionsgarden, Ali Mohammad Naini, im staatlichen Fernsehen. Die iranischen Streitkräfte hatten zuvor mehrere US-Botschaften in der Golfregion sowie weitere Ziele im Nahen Osten angegriffen.
Die US-Botschaft in Saudi-Arabien wurde mit Drohnen attackiert. Die US-Botschaft des Golfstaates Kuwait blieb "bis auf Weiteres" geschlossen, nachdem sie am Montag bei einem Drohnenangriff direkt getroffen worden war.
In Bahrains Hauptstadt Manama sowie der katarischen Hauptstadt Abu Dhabi waren nach Angaben von Reportern der Nachrichtenagentur AFP mehrere Explosionen zu hören. Mehrere Angriffe auf den internationalen Flughafen von Doha wurden nach Angaben des katarischen Außenministeriums abgewehrt. Auch im Oman und im Irak wurden mehrere Drohnenangriffe gemeldet.
Die Einwohner von Jerusalem wurden ebenfalls von mehreren Explosionen aufgeschreckt. Nach Angaben der israelischen Armee wurden Raketen aus dem Iran von Luftabwehrsystemen abgefangen.
Im Zentrum der iranischen Hauptstadt Teheran waren am Dienstagnachmittag ebenfalls laute Explosionen zu hören, wie AFP-Journalisten berichteten. Die israelische Armee erklärte, bei Luftangriffen seien das iranische Präsidialamt sowie das Gebäude des Nationalen Sicherheitsrats in Teheran getroffen worden. Iranischen Medienangaben zufolge waren auch in den Städten Karadsch und Isfahan Explosionen zu hören.
In der Nacht hatte das israelische Militär bereits erklärt, den Sitz des iranischen Staatsrundfunks Irib im Norden der Hauptstadt Teheran "angegriffen und zerstört" zu haben.
In den Vereinigten Arabischen Emiraten wurden bei Angriffen Rechenzentren des US-Technologieriesen Amazon beschädigt. Zwei Rechenzentren seien "direkt von Drohnen getroffen" worden, teilte das Unternehmen mit. In Bahrain sei zudem eine weitere Einrichtung des Konzerns durch einen "Drohnenangriff in unmittelbarer Nähe" beschädigt worden.
Die iranischen Streitkräfte gaben derweil neue Drohnenangriffe auf Israel und einen US-Militärstützpunkt in Katar bekannt. Die iranische Tageszeitung "Schargh" berichtete unter Berufung auf die Armee, die Armee habe "Militärgebiete des zionistischen Regimes" in Israel sowie die "Stützpunkte der US-Streitkräfte in Al-Udeid" mit "zerstörerischen Kampfdrohnen" angegriffen. In Katar befindet sich mit Al-Udeid der größte US-Militärstützpunkt in der Region.
In Fudschairah in den Emiraten verursachten Trümmerteile einer abgeschossenen Drohnen Behördenangaben zufolge einen Brand in einer Ölförderanlage.
Angesichts der anhaltenden militärischen Eskalation im Nahen Osten kündigten die USA den Abzug eines Großteils ihres Botschaftspersonals aus sechs Staaten an. Betroffen seien alle "nicht für Notfälle zuständigen Mitarbeiter" in Bahrain, dem Irak, Jordanien, Katar, Kuwait und den Vereinigten Arabischen Emiraten, erklärte das US-Außenministerium.
Die USA hatten ihre Staatsbürger bereits in fast allen Ländern des Nahen Ostens aufgerufen, die Region "sofort" zu verlassen. Der Aufruf betraf vierzehn Länder: Den Iran, Jordanien, Kuwait, den Libanon, den Oman, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate, den Jemen, Ägypten, Bahrain, Saudi-Arabien, den Irak, Syrien sowie Israel und die Palästinensergebiete.
Am vierten Tag des US-israelischen Krieges gegen den Iran warnte das iranische Außenministerium europäische Staaten vor einem möglichen Kriegseintritt. Jegliche "Handlung gegen den Iran würde als Komplizenschaft mit den Aggressoren" und als "Kriegshandlung" angesehen, erklärte der Ministeriumssprecher Esmail Bakaei offenbar mit Blick auf eine vorherige Erklärung europäischer Staaten. Frankreich, Deutschland und Großbritannien hatten am Sonntagabend bei Bedarf "Defensivmaßnahmen" gegen den Iran angekündigt.
Seit Beginn des Krieges sind im Iran staatlichen Angaben zufolge insgesamt 787 Menschen getötet worden. 153 Städte und über 500 Ortschaften im ganzen Land seien von mehr als 1000 Angriffen getroffen worden, erklärte der iranische Rote Halbmond am Dienstag. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Die USA und Israel hatten am Samstag massive Luftangriffe auf den Iran begonnen. Dabei wurden der oberste Führer Ayatollah Ali Chamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Als Reaktion auf die Angriffe Israels und der USA greift der Iran seit Samstag Israel, mehrere Golfstaaten sowie US-Einrichtungen in der Golfregion an.
Der US-israelische Krieg gegen den Iran hat auch den Konflikt zwischen Israel und der pro-iranischen Miliz Hisbollah im Libanon wieder eskalieren lassen. Nach AFP-Informationen drangen am Dienstag israelische Bodentruppen in Grenzregionen im Süden des Libanon vor. Die Armee kündigte an, eine "Pufferzone" nahe der Grenze zu Israel schaffen zu wollen.
P.Staeheli--VB