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Israel will im Libanon vorrücken und greift Beirut an - Hisbollah antwortet mit Drohnen
Im Zuge des Iran-Krieges will Israel im Libanon weiter vorrücken. Die Armee werde über "weitere strategische Stellungen im Libanon" die Kontrolle übernehmen, kündigte am Dienstag Verteidigungsminister Israel Katz an. Die israelische Armee verstärkte ihre Truppen entlang der Grenze zum Nachbarland und flog Luftangriffe auf Ziele in der Hauptstadt Beirut, die Hisbollah antwortete mit erneuten Drohnenangriffen. Zeitgleich nahm die israelische Armee erneut die iranische Hauptstadt Teheran ins Visier.
Videoaufnahmen der Nachrichtenagentur AFP zeigten eine große Rauchwolke, die über der libanesischen Hauptstadt Beirut aufstieg. Sie greife derzeit "Kommandozentralen und Waffenlager der Hisbollah in Beirut an", erklärte die israelische Armee am frühen Dienstagmorgen
Zuvor hatte die israelische Armee die Bewohner von 31 Dörfern im Süden des Libanon zur Evakuierung aufgerufen und Einsätze gegen die Hisbollah angekündigt. Die Bewohner sollten ihre Häuser "sofort" verlassen und sich in Richtung Norden begeben,
Verteidigungsminister Katz kündigte zudem an, dass die Armee im Libanon weiter vorrücken wolle. "Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und ich haben die israelischen Streitkräfte angewiesen, vorzurücken und weitere strategische Stellungen im Libanon unter Kontrolle zu bringen."
Die israelische Armee gab zudem bekannt, als "vorausschauende Verteidigungsmaßnahme" ihre Truppen entlang der Grenze zum Südlibanon verstärkt zu haben. Dies sei jedoch "keine Bodenoffensive". Mit der Truppenverstärkung solle "die Sicherheit unserer Bevölkerung gewährleistet werden".
Auf der anderen Seite der Grenze zog die libanesische Armee nach Angaben aus Militärkreisen Soldaten von mehreren erst unlängst errichteten Grenzposten zurück. Nachdem es zu einer "Eskalation" seitens der israelischen Armee gekommen sei, habe die Armee die Soldaten von den Grenzposten in ihr Hauptstützpunkte zurückgerufen, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP. Die Entscheidung sei "wegen der Gefahren für ihre Sicherheit" getroffen worden.
Die mit dem Iran verbündete Hisbollah-Miliz im Libanon griff derweil nach eigenen Angaben drei Militärstützpunkte in Israel an. "Als Reaktion auf die kriminelle israelische Aggression gegen Dutzende libanesischer Städte und Ortschaften" seien die Luftwaffenstützpunkte Ramat David und Meron im Norden Israels mit Drohnen angegriffen worden, erklärte die Hisbollah. Zudem sei die Militärbasis Nafah auf den von Israel besetzten Golan-Höhen mit Raketen beschossen worden.
Der US-israelische Krieg gegen den Iran hat auch den Konflikt zwischen Israel und der pro-iranischen Miliz Hisbollah im Libanon wieder eskalieren lassen. Die vom Iran finanzierte Miliz, die im November 2024 einen Waffenstillstand mit Israel geschlossen hatte, hat in der Nacht zum Montag begonnen, Ziele im Norden Israels mit Raketen und Drohnen anzugreifen. Israel reagierte sofort mit Gegenangriffen.
Auch eine auf einen britischen Militärstützpunkt auf Zypern abgefeuerte iranische Drohne wurde nach Angaben aus zyprischen Regierungskreisen im Libanon gestartet. Es sei bestätigt, dass die Drohnen – von denen eine in der Nacht zum Montag eine Landebahn getroffen hatte – vom Libanon aus gestartet seien, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP aus zyprischen Regierungskreisen. "Höchstwahrscheinlich" seien sie von der pro-iranischen Hisbollah-Miliz gestartet worden.
Die USA und Israel hatten am Samstag massive Luftangriffe auf den Iran begonnen. Dabei wurden der oberste Führer Ayatollah Ali Chamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Als Reaktion auf die Angriffe Israels und der USA greift der Iran seit Samstag Israel, mehrere Golfstaaten sowie US-Einrichtungen in der Golfregion an.
In mehreren Golfstaaten kam es am Dienstag erneut zu Explosionen. In Saudi-Arabien und Kuwait wurden die US-Botschaften mit Drohnen angegriffen, wie örtliche Behörden und Diplomaten berichteten. Die US-Armee gab an, im Iran Kommandoposten der Revolutionsgarden zerstört zu haben.
Auch aus Irans Hauptstadt Teheran berichteten AFP-Reporter am Dienstagmorgen von lauten Explosionen. Die israelische Armee erklärte, bei Luftangriffen seien das iranische Präsidialamt sowie das Gebäude des Nationalen Sicherheitsrats in Teheran getroffen worden.
In der Nacht hatte das israelische Militär bereits erklärt, den Sitz des iranischen Staatsrundfunks Irib im Norden der Hauptstadt Teheran "angegriffen und zerstört" zu haben. Iranischen Medienangaben zufolge waren auch in den Städten Karadsch und Isfahan Explosionen zu hören.
M.Vogt--VB