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Nach 250 Jahren Forschung: Vier verschiedene Giraffenarten offiziell anerkannt
Nach langer Forschungsarbeit sind vier genetisch unterschiedliche Giraffenarten nun auch offiziell anerkannt worden. Die vier Arten - neben der Netzgiraffe die Massai-Giraffe, die Nord-Giraffe und die Süd-Giraffe - begannen sich bereits vor etwa 230.000 bis 370.000 Jahren unabhängig voneinander zu entwickeln, wie die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung am Donnerstag in Frankfurt am Main mitteilte.
Zwischen ihnen findet demnach kaum oder gar kein genetischer Austausch statt – in freier Wildbahn paaren sich die verschiedenen Arten also in der Regel nicht. Bereits im Jahr 2016 hatten Senckenberg-Forscher gemeinsam mit der Giraffe Conservation Foundation, die sich dem Schutz von Giraffen in Afrika widmet, Forschungsergebnisse veröffentlicht, die auf deutliche genetische Unterschiede zwischen den Giraffenarten hinwiesen.
Nun hat die International Union for Conservation of Nature (IUCN), ein internationales Naturschutzbündnis, die unterschiedlichen Giraffenarten auch amtlich anerkannt. Dies habe Auswirkungen auf künftige Schutzkonzepte. Die IUCN will demnach in einem nächsten Schritt die Gefährdung der vier Giraffenarten für die Rote Liste der bedrohten Arten einstufen.
"Vier neue Großsäugerarten nach über 250 Jahren taxonomischer Forschung zu beschreiben, ist außergewöhnlich – insbesondere bei so ikonischen Tieren wie Giraffen", erklärte Evolutionsgenetiker Axel Janke. "Unsere genetischen Analysen zeigen, dass die Unterschiede zwischen den Giraffenarten ebenso deutlich sind wie jene zwischen Braun- und Eisbären."
Die Forscher sammelten mit zahlreichen lokalen Partnerorganisationen über ein Jahrzehnt hinweg Gewebeproben von Giraffen aus ganz Afrika, teils aus schwer zugänglichen und politisch instabilen Regionen wie dem Tschad, Niger oder Südsudan. Die Untersuchung von jeweils rund 200.000 DNA-Abschnitten bei insgesamt 50 Giraffen lieferte demnach eindeutige Hinweise auf vier eigenständige Arten. Studien an Giraffenschädeln stützten die genetischen Befunde.
R.Fischer--VB