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Black-Sabbath-Frontmann Ozzy Osbourne mit 76 Jahren gestorben
Vor zwei Wochen stand er noch bei seinem Abschiedskonzert in seiner Heimatstadt Birmingham auf der Bühne - nun ist Ozzy Osbourne, der Sänger der legendären Heavy-Metal-Band Black Sabbath, tot. "Mit tiefer Trauer (...) müssen wir bekannt geben, dass unser geliebter Ozzy Osbourne heute Morgen verstorben ist", erklärte die Familie des Sängers am Dienstag. Der an Parkinson erkrankte Osbourne starb im Alter von 76 Jahren. Nach der Nachricht seines Todes meldeten sich Musiker und Wegbegleiter zu Wort.
Osbourne sei im Kreise seiner Familie "und umgeben von Liebe" gestorben, hieß es in der Erklärung seiner Familie weiter. "Wir bitten alle, die Privatsphäre unserer Familie in dieser Zeit zu respektieren."
Black Sabbath gelten als Pioniere des Heavy Metal. Die Band verkaufte während ihres jahrzehntelangen Bestehens mehr als 75 Millionen Alben. Frontmann Osbourne trug dabei den Spitznamen "Prinz der Finsternis".
Seine Live-Auftritte galten als legendär, insbesondere ein Konzert in Iowa 1982, bei dem er auf der Bühne einer Fledermaus den Kopf abbiss. Osbournes ausschweifender Lebensstil führte zu Konflikten mit dem Gesetz, darunter Gerichtsverfahren wegen "Satanismus".
"Es wird keinen anderen wie ihn geben", erklärte der Gitarrist der Band, Tony Iommi in einem Onlinedienst. Black Sabbath-Bassist Geezer Butler schrieb mit Verweis auf das Abschiedskonzert: "Ich bin so froh, dass wir es noch ein letztes Mal in Aston machen konnten. Ich liebe dich." Schlagzeuger Bill Ward betonte, Osbourne werde für immer in seinem Herzen bleiben und er sei ihm "für immer" dankbar.
Der britische Popstar Elton John würdigte Osbourne auf Instagram als "großen Wegbereiter, der sich seinen Platz im Pantheon der Rockgötter gesichert hat" und nannte ihn eine "echte Legende". Er sei auch einer der "witzigsten Menschen, die ich je getroffen habe", gewesen, fügte John hinzu.
Rolling-Stones-Mitglied Ronnie Wood äußerte sich "sehr traurig" über Osbournes Tod.
Osbourne wurde am 3. Dezember 1948 als John Michael Osbourne in Birmingham geboren. Als Legastheniker litt er unter den Anforderungen der Schule und verließ sie bereits mit 15 Jahren. Er verdiente sich zunächst seinen Lebensunterhalt in Gelegenheitsjobs, unter anderem in einem Schlachthof.
Als er jedoch die Beatles im Radio hörte, beschloss Osbourne, Rockstar zu werden - ein Traum, der sich schnell erfüllen sollte: Gemeinsam mit seinem Schulfreund Butler gründete er mehrere Bands - und schrieb schließlich mit Black Sabbath Musikgeschichte.
Am 5. Juli beendete Osbourne seine wilde Karriere, als er gemeinsam mit seinen Bandkollegen Iommi, Butler und Ward im Stadion des Fußballclubs Aston Villa in Birmingham auftrat. Es war das erste Mal seit 20 Jahren, dass die legendäre Band in Originalbesetzung auf der Bühne stand.
Karten für das Konzert, bei dem auch Bands wie Metallica, Guns N'Roses, Tool und Slayer auftraten, waren im Februar innerhalb von 16 Minuten ausverkauft. Fans, die keine Tickets ergattert hatten, konnten das Abschiedskonzert online als Stream miterleben. "Eure Unterstützung hat es uns ermöglicht, ein fantastisches Leben zu führen. Wir danken Euch von ganzem Herzen", sagte Osbourne nach dem letzten Song des Konzerts.
Durch die Reality-TV-Show "The Osbournes" Anfang der 2000er Jahre gewann der "Pate des Heavy Metal" zahlreiche neue Fans: Die Show zeigte die Höhen und Tiefen des Familienlebens mit seiner Frau Sharon und ihren Kindern. "Ozzy", wie er gewöhnlich genannt wurde, trat dort als schwerhöriger, leicht verrückter, aber liebevoller Großvater auf - weit entfernt von den Exzessen auf dem Höhepunkt seiner Karriere in den 1970er Jahren.
Infolge von Alkohol- und Drogenmissbrauch litt Osbourne nach eigenen Aussagen unter massiven Gedächtnislücken und gab bekannt, kaum Erinnerungen an die 1990er Jahre zu haben. Im Jahr 2010 analysierten Wissenschaftler sogar sein Genom, um zu verstehen, wie Osbourne die Exzesse seiner Karriere überleben konnte. 2020 machte Osbourne seine Parkinson-Diagnose öffentlich.
T.Ziegler--VB