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Die Hochschulen in Deutschland erwarten wegen der rigiden Hochschulpolitik in den USA einen verstärkten Zulauf von ausländischen Studierenden und Forschenden. Der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Walter Rosenthal, sagte dem Magazin "Focus" laut Vorabmeldung vom Freitag, es sei "davon auszugehen, dass international mobil Studierende verstärkt nach Alternativen zu einem Studium in den USA suchen werden". Das bedeute "absehbar Chancen für die Hochschulen in Deutschland".
In den USA hatte Präsident Donald Trump zuletzt mehreren Universitäten mit der Streichung staatlicher Mittel gedroht und das mit "illegalen Protesten" begründet. Im vergangenen Jahr waren zahlreiche US-Universitäten Schauplatz israelfeindlicher Proteste, die durch den Gaza-Krieg ausgelöst wurden. Besonders mit der renommierten Harvard-Universität liegt Trump im Streit, sie verklagte die US-Regierung bereits wegen der Kürzung von Zuschüssen in Milliardenhöhe.
Rosenthal nannte Trumps Vorgehen gegen die Bildungseinrichtungen des Landes "verstörend und besorgniserregend". Um die Attraktivität der deutschen Hochschulen für ausländische Studierende zu erhöhen, forderte Rosenthal beschleunigte Visa-Verfahren sowie einen Ausbau von Beratungsangeboten, mehr Wohnheimplätze und mehrsprachige Studienangebote.
Der Präsident der Technischen Universität München (TUM), Thomas Hofmann, sagte dem "Focus", bereits jetzt verzeichne die Uni mehr Anfragen aus den Vereinigten Staaten als üblich. So habe das renommierte Institute for Advanced Studies der TUM zuletzt 63 Bewerbungen internationaler Spitzenforscher erhalten, "darunter außergewöhnlich viele aus den USA". Auch für einen dreimonatigen Schnupperbesuch an der TUM habe es diesmal mehr Bewerbungen gegeben als üblich.
P.Keller--VB