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Europäisches Weltraumteleskop Euclid beginnt Reise ins All
Das europäische Weltraumteleskop Euclid ist erfolgreich ins All aufgebrochen. Eine Falcon-9-Rakete des US-Raumfahrtunternehmens SpaceX startete am Samstag mit dem zwei Tonnen schweren Teleskop vom US-Weltraumbahnhof in Cape Canaveral. Nach der erfolgreichen Trennung von der Rakete sendete Euclid wie geplant ein erstes Signal. Das Teleskop soll die beiden großen Unbekannten unseres Universums erforschen: die unsichtbare Dunkle Materie und die noch rätselhaftere Dunkle Energie.
Der Start sei "perfekt" verlaufen, sagte die wissenschaftliche Direktorin der europäischen Raumfahrtbehörde ESA, Carole Mundell. "In den kommenden sechs Jahren werden wir die Rätsel der dunklen Seite des Universums lösen."
Nach dem Start wird Euclid etwa vier Wochen brauchen, um sein Ziel in 1,5 Millionen Kilometern Entfernung von der Erde zu erreichen. Am sogenannten Lagrange-Punkt 2 zwischen Erde und Sonne befindet sich auch schon das James-Webb-Teleskop. Von dort aus soll Euclid sechs Jahre lang bis zu zwei Milliarden Galaxien vermessen.
Ziel ist die Erstellung einer dreidimensionalen Himmelskarte. Dabei soll das Teleskop zehn Milliarden Jahre in die kosmische Vergangenheit zurückblicken, um die Entwicklung des Universums und seine dunklen Geheimnisse zu erforschen.
An der Entwicklung und dem Bau des Teleskops trug nach eigenen Angaben auch das Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE) in Garching bei, zusammen mit fünf anderen deutschen Forschungsinstituten.
"Alle Beteiligten, Wissenschaftler, Ingenieure und allen voran die Mitbegründer der Mission am MPE, sind begeistert, dass Euclid nach 15 Jahren Vorbereitungs- und Bauzeit nun erfolgreich auf die Reise gebracht wurde", erklärte Ralf Bender vom MPE und der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU). "Europa kann damit eine Führungsposition bei der Erforschung von Dunkler Materie und Dunkler Energie einnehmen."
Euclid "wird es uns ermöglichen, Einsteins Theorie der Schwerkraft bei großen Entfernungen zu testen und – wer weiß – vielleicht müssen wir seine Theorie erweitern", erklärte Astrophysiker Jochen Weller vom MPE und der LMU.
Die wissenschaftlichen Arbeiten sollen in rund drei Monaten beginnen, sobald die Messinstrumente des Teleskops richtig eingestellt sind. Die von Euclid gelieferten riesigen Datenmengen werden von rund 2600 Forschern des Euclid-Konsortiums ausgewertet, zu dem 17 Länder gehören. Anschließend werden sie der gesamten Wissenschaftsgemeinschaft zur Verfügung gestellt. Die 1,9 Milliarden Euro teure Mission soll bis mindestens 2029 dauern oder - wenn alles gut geht - auch noch länger.
I.Meyer--BTB