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Pakistan: USA und der Iran verständigen sich auf Endfassung von Friedensvereinbarung
Die USA und der Iran haben sich nach Angaben des Vermittlers Pakistan auf die abschließende Fassung einer Friedensvereinbarung geeinigt. "Wir können bestätigen, dass ein endgültiger, einvernehmlich abgestimmter Text des Friedensabkommens vorliegt", erklärte der pakistanische Premierminister Shehbaz Sharif am Freitag. Ein US-Regierungsvertreter sagte, Washington gehe zu "80 bis 85 Prozent" davon aus, dass in den kommenden Tagen ein Friedensabkommen mit dem Iran unterzeichnet werde.
"Frieden war noch nie so nah wie jetzt", erklärte Sharif. Pakistan arbeite nun "eng mit beiden Seiten zusammen, um die nächsten Schritte abzuschließen", fügte er hinzu. Er prangerte zudem eine "unablässige Desinformationskampagne" an, "die von jenen geführt wird, die das Friedensabkommen sabotieren wollen".
Die USA und Israel hatten den Iran am 28. Februar angegriffen und am ersten Tag des Krieges den obersten Führer Ali Chamenei getötet. Erklärtes Ziel des Militäreinsatzes ist es, die Führung in Teheran daran zu hindern, in den Besitz von Atomwaffen zu gelangen. Die Regierung in Islamabad tritt in dem Konflikt als Vermittler auf.
Der US-Regierungsvertreter äußerte sich in einem Telefonat mit Journalisten in Washington am Freitag zuversichtlich. "Wir sind noch nicht ganz über die Ziellinie, aber wir sind sehr nah dran", sagte er. Ein Ort und ein Datum für eine mögliche Unterzeichnung des Abkommens seien noch nicht festgelegt worden. Europa, das US-Präsident Donald Trump ins Spiel gebracht hatte, sei jedoch eine Möglichkeit.
Die Abmachung würde die "erhebliche" Lockerung von Sanktionen und die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte vorsehen, sagte der Regierungsvertreter weiter. Im Gegenzug würde sich Teheran bereit erklären, sein Atomprogramm abzubauen und sein atomares Material zu übergeben.
"Wir gehen davon aus, dass wir dieses Abkommen in den nächsten Tagen unterzeichnen werden", sagte er. Wenn er die Wahrscheinlichkeit einer Unterschrift einschätzen solle, hätte er am Freitagmorgen vielleicht 75 Prozent gesagt, sagte der Regierungsvertreter. "Jetzt sind es wahrscheinlich eher 80 bis 85 Prozent, aber es sind keine 100 Prozent", fuhr er fort.
Der Weg habe begonnen sich zu ebnen, als der Iran darin eingewilligt habe, "konkret festzulegen", wie sein angereichertes Uran entsorgt werden solle. Die US-Regierung sei zudem zu der Überzeugung gelangt, dass die Kontrolle des Iran über die für die Weltwirtschaft wichtige Straße von Hormus ins Wanken geraten sei.
Die derzeit diskutierte Übereinkunft schließe auch den Libanon mit ein, wo sich Israel und die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz seit Beginn des Iran-Krieges bekämpfen. "Sie umfasst den Libanon, sie umfasst den Iran, sie umfasst die Golfstaaten und sie umfasst Israel", sagte der Regierungsvertreter.
Als Ort für die Unterzeichnung eines Vertrags brachte sich die Schweiz ins Spiel. "Wir stehen in engem Kontakt mit den Vereinigten Staaten und dem Iran", erklärte das Schweizer Außenministerium am Freitagabend in einer Mitteilung an die Nachrichtenagentur AFP. Es habe "die Schweiz als Ort für eine mögliche Unterzeichnung vorgeschlagen, falls die Parteien dem zustimmen".
Zuvor hatte auch Irans Außenminister Abbas Araghtschi im Onlinedienst X erklärt, beide Parteien seien einer Einigung "nie näher gewesen". Er fügte hinzu, Medien sollten bis zum vollständigen Abschluss der Gespräche "Abstand von Spekulationen über den Inhalt nehmen".
In den vergangenen Tagen hatte es trotz einer seit Anfang April geltenden Waffenruhe intensive gegenseitige Angriffe gegeben. Das US-Militär griff Ziele im Iran an, Teheran reagierte mit Raketen- und Drohnenangriffen auf US-Stützpunkte in Bahrain, Jordanien und Kuwait. In der Nacht zum Freitag blieb es ruhig.
R.Fischer--VB