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Burnham will Obdachlose bis Weihnachten von der Straße holen und Teil seines Gehalts spenden
Im Kampf gegen die Obdachlosigkeit hat Großbritanniens neuer Premierminister Andy Burnham zusätzliche Mittel angekündigt, damit bis zum kommenden Weihnachtsfest kein Mensch mehr auf der Straße schlafen muss. "Niemand sollte sein Bett in einem Hausaufgang oder vor einem Bahnhof aufschlagen müssen", erklärte Burnham am Mittwoch. Er erklärte zudem, einen Teil seines Gehalts für Obdachlose zu spenden.
Die britische Regierung kündigte in der Nacht auf Mittwoch zusätzliche Mittel in Höhe von 102 Millionen Pfund (umgerechnet etwa 120 Millionen Euro) an, womit ein bereits zuvor angekündigtes Programm jetzt über insgesamt 442 Millionen Pfund (umgerechnet mehr als 516 Millionen Euro) verfügt. Gemeinden, in denen es mehr Obdachlose gibt, sollen auch mehr Geld erhalten. Burnham räumte allerdings ein, dass die Mittel womöglich nicht ausreichten, "um das Ziel vollständig zu erreichen".
Der Obdachlosenzeitung "The Big Issue" sagte Burnham, er wolle 15 Prozent seines Gehalts für entsprechende Initiativen spenden. "Ich möchte von niemandem etwas verlangen, zu dem ich selbst nicht bereit bin - und ich möchte mit gutem Beispiel vorangehen". Nach Angaben der Zeitung verdient Burnham jährlich 180.000 Pfund (umgerechnet 210.000 Euro).
Mit den Mitteln der britischen Regierung sollen Notunterkünfte und die Schaffung langfristigen Wohnraums finanziert werden. Laut Burnham sollen die Behörden vor Ort entscheiden, welche Hilfen bei ihnen am dringendsten sind. Im Herbst soll es zudem ein Gipfeltreffen zu dem Thema geben.
Burnham hatte am Tag seines Amtsantritts am 20. Juli angekündigt, die Betroffenen von der Straße holen zu wollen. Von den geschätzt 382.000 Wohnungslosen in Großbritannien schlafen offiziellen Zahlen zufolge knapp 4800 auf der Straße. Zu den restlichen zählen Menschen, die keine ständige Adresse haben oder in unsicheren Wohnverhältnissen leben. Experte schätzen, dass ihre Zahl bis 2030 um 25 Prozent steigen könnte.
Burnham äußerte in einem Beitrag für die Zeitung "The Guardian" sein Unverständnis darüber, dass die fünftgrößte Volkswirtschaft der Welt nicht "ihre eigenen Leute von der Straße holen" könne. "Daran glaube ich nicht eine Minute lang."
"Diese Mittel werden tausenden Menschen helfen, die Straße hinter sich zu lassen, in sichere Wohnungen zu ziehen und die Unterstützung zu bekommen, die sie brauchen, um ihre Leben wieder aufzubauen", sagte die für Wohnen zuständige Ministerin Angela Rayner. Die konservative Opposition kritisierte indes, dass wie bei so vielen Ankündigungen des Premiers nur wenig darüber gesagt werde, wie der Plan bezahlt werden solle.
W.Huber--VB