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Havanna bestätigt Kontakte mit Washington
Inmitten des erhöhten Drucks von US-Präsident Donald Trump auf Kuba hat die Regierung in Havanna Kontakte mit Washington bestätigt. "Heute können wir nicht von einem Dialog mit den USA sprechen, aber es stimmt, dass es Kontakte zwischen den beiden Regierungen gegeben hat", sagte Kubas stellvertretender Außenminister Carlos Fernández de Cossío am Montag (Ortszeit) in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP.
Nach der Gefangennahme des linksnationalistischen venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro zu Jahresbeginn bei einem US-Militäreinsatz hatte Trump deutlich gemacht, dass er auch andere Länder im Visier hat - darunter Kuba. Ein militärisches Eingreifen sei dort aber nicht nötig, denn ohne das Öl aus Venezuela werde die kommunistische Herrschaft in Havanna ohnehin zusammenbrechen, sagte Trump damals.
Am Sonntag teilte der US-Präsident dann mit, dass seine Regierung derzeit mit den "höchsten Vertretern" in Havanna über ein Abkommen spreche. "Wir werden sehen, was passiert", fügte er hinzu. Trump verfolgt derzeit auch einen Annäherungskurs gegenüber Venezuela, obwohl die dortige Regierung weiterhin von Vertrauten Maduros kontrolliert wird.
Der karibische Inselstaat hatte sich in den vergangenen 25 Jahren zunehmend auf venezolanisches Erdöl verlassen, das im Rahmen eines mit Maduros Vorgänger Hugo Chávez geschlossenen Abkommens geliefert wurde. Einige Tage nach dem US-Armeeeinsatz in Venezuela ließ Trump dann aber die Öllieferungen aus dem südamerikanischen Land nach Kuba unterbinden. Er rate Havanna "dringend, einen Deal abzuschließen, bevor es zu spät ist", warnte der US-Präsident damals.
Am vergangenen Donnerstag verstärkte Trump dann den wirtschaftlichen Druck auf Kuba weiter: Staaten, die Erdöl an das Land liefern, drohte er in einem Dekret mit zusätzlichen US-Zöllen. Die kubanische Regierung bezeichnete dies als "brutalen Akt der Aggression".
Die Drohungen schienen am Montag Wirkung zu zeigen: Mexiko, bisher ein weiterer wichtiger Öllieferant für Kuba, werde ebenfalls "aufhören, ihnen Erdöl zu schicken", sagte Trump vor Journalisten im Oval Office mit Blick auf die Regierung in Kuba. Mexiko-Stadt reagierte zunächst nicht. Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum hatte zuvor vor einer "weitreichenden humanitären Krise" in Kuba gewarnt. Zugleich erklärte sie vergangene Woche: "Wir wollen unser Land nicht durch Zölle gefährden."
Kuba steckt in seiner schlimmsten Wirtschaftskrise seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion. Seit Ende 2024 gab es fünf landesweite Stromausfälle, die teilweise mehrere Tage dauerten. Immer wieder haben die Menschen mit Blackouts zu kämpfen, die mitunter mehr als 20 Stunden dauern. Der nur etwa 145 Kilometer von der Südspitze Floridas entfernte Karibikstaat unterliegt seit 1962 einem US-Wirtschaftsembargo.
R.Flueckiger--VB