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Nach Verhandlungen im Oman: Iran kündigt Fortsetzung der Atomgespräche mit den USA an
Der Iran hat nach dem Abschluss der seit Monaten ersten Atomgespräche mit den USA im Oman eine Fortsetzung der Verhandlungen angekündigt. Außenminister Abbas Araghtschi wertete das Gesprächsklima in Omans Hauptstadt Maskat am Freitag als "sehr positiv". Bei den Treffen hatten die Delegationen der verfeindeten Staaten nicht direkt miteinander konferiert, sondern über Vermittler des Oman. Die US-Regierung verkündete indessen neue Sanktionen gegen iranische Ölexporte.
Laut Araghtschi konzentrierten sich die Gespräche ausschließlich auf die Atomfrage. "Wir behandeln keine anderen Themen mit den Amerikanern", erklärte er gegenüber der iranischen Nachrichtenagentur Irna. Die USA hatten zuvor darauf gedrungen, dass auch die Unterstützung Teherans für militante Gruppen in der Nahost-Region und sein ballistisches Raketenprogramm auf die Tagesordnung gesetzt werden müssten.
"In einer sehr angenehmen Atmosphäre haben wir Argumente ausgetauscht und die Perspektiven mit jeweils der anderen Seite geteilt", sagte Araghtschi im iranischen Staatsfernsehen. Beide Seiten hätten sich darauf geeinigt, die Gespräche fortzusetzen. Über die Bedingungen und den Zeitpunkt weiterer Gespräche werde jedoch erst später entschieden. Das weitere Vorgehen hänge von den Ergebnissen der Konsultationen der Verhandlungsdelegationen mit ihren jeweiligen Regierungen ab, sagte der iranische Außenminister.
Die indirekten Gespräche zwischen den Vertretern beider Länder wurden vor dem Hintergrund einer drohenden Eskalation zwischen dem Iran und den USA geführt. Sie fanden etwa einen Monat nach der gewaltsamen Niederschlagung der jüngsten Protestwelle im Iran mit tausenden getöteten Demonstranten statt. Seitdem hatte US-Präsident Donald Trump den Druck auf Teheran massiv erhöht. Er drohte mit einer Militärintervention und schickte unter anderem den Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" in den Persischen Golf.
Von Omans Außenministerium veröffentlichte Bilder zeigten am Freitag die Gesandten Washington und Teherans bei getrennten Treffen mit dem Außenminister des Golfstaats, Badr bin Hamad al-Busaidi. Nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP fanden die Gespräche in dessen Residenz statt.
Während Araghtschi für den Iran verhandelte, wurde die US-Delegation vom Sondergesandten Steve Witkoff angeführt. Auch Trumps Schwiegersohn Jared Kushner war Teil der US-Delegation. Laut Bildern von Omans Nachrichtenagentur war zudem der Kommandeur des für den Nahen Osten zuständigen US-Zentralkommandos (Centcom), Brad Cooper, bei den Gesprächen anwesend - was als Zeichen für einen weiterhin möglichen US-Militäreinsatz gewertet wurde.
Für mehrere Gesprächsrunden am Vormittag und Nachmittag fuhren beide Seiten wiederholt zu al-Busaidis Residenz. Der omanische Außenminister, der die jeweiligen Mitteilungen der Delegationen weitergab, beschrieb die Gespräche als "sehr ernsthaft". "Es war hilfreich, die Sichtweisen sowohl der iranischen als auch der amerikanischen Seite zu klären und Bereiche zu identifizieren, in denen Fortschritte möglich sind", erklärte er im Onlinedienst X.
Al-Busaidi bestätigte zudem die von Araghtschi verkündete geplante Fortsetzung der Gespräche. "Wir beabsichtigen, zu gegebener Zeit erneut zusammenzukommen, wobei die Ergebnisse in Teheran und Washington sorgfältig geprüft werden sollen", erklärte al-Busaidi.
Washington äußerte sich dagegen zunächst nicht zu einer möglichen Fortsetzung der Gespräche. Allerdings verkündete das US-Außenministerium am Freitag neue Sanktionen zur Eindämmung der iranischen Ölexporte, betroffen sind unter anderem 14 Schiffe. Präsident Trump sei "entschlossen, die illegalen Öl- und Petrochemie-Exporte des iranischen Regimes im Zuge der Politik des maximalen Drucks zu senken", erklärte Außenministeriumssprecher Tommy Pigott.
Das Außenministerium des US-Verbündeten Katar äußerte indes die Hoffnung, dass die Gespräche "zu einem umfassenden Abkommen führen, das den Interessen beider Seiten dient und die Sicherheit und Stabilität in der Region stärkt".
Die Gespräche in Maskat waren die ersten zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran, seit die USA in den zwölftägigen Krieg zwischen ihrem Verbündeten Israel und der Islamischen Republik eingegriffen und im Juni drei wichtige iranische Atomanlagen bombardiert hatten. Westliche Staaten werfen dem Iran seit Jahren vor, nach der Atombombe zu streben - was Teheran bestreitet.
Trump hatte das internationale Atomabkommen mit dem Iran im Jahr 2018 während seiner ersten Amtszeit einseitig aufgekündigt, weil er es für nicht robust und umfassend genug hielt. Danach ließ er massive Sanktionen gegen den Iran wieder in Kraft setzen. Nach Einschätzung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) ist der Iran das einzige Land ohne eigene Atomwaffen, das Uran auf 60 Prozent anreichert.
Westliche Regierungen werfen Teheran zudem vor, Drohnen und ballistische Raketen an Russland für den Krieg gegen die Ukraine zu liefern. Auch unterstützt der Iran finanziell wie militärisch Israel-feindliche Milizen in der Nahost-Region, darunter die Hisbollah im Libanon, die Hamas im Gazastreifen und die Huthis im Jemen.
K.Sutter--VB