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IWF: Weltwirtschaft wächst 2025 stärker als erwartet - Plus in Deutschland bescheiden
Die Weltwirtschaft erweist sich trotz Handelsstreitigkeiten und Unsicherheiten durch Krisen und Kriege als erstaunlich robust - zumindest vorerst. Der Internationale Währungsfonds (IWF) schraubte mit einem Wachstum um 3,2 Prozent in diesem und 3,1 Prozent im kommenden Jahr seine Erwartungen leicht nach oben. Für Deutschland rechnet der IWF 2025 mit 0,2 Prozent Wachstum - 2026 allerdings nur mit 0,9 Prozent. Das ist deutlich pessimistischer als die Prognose der Bundesregierung.
In seiner vorangegangenen Prognose vom Juli hatte der IWF noch mit nur 3,0 Prozent Wachstum für die Weltwirtschaft in diesem Jahr gerechnet. Für das kommende Jahr blieb die Prognose gleich.
"Das globale Wachstum bleibt stabil, aber fragil", erklärte IWF-Chefökonom Pierre-Olivier Gourinchas am Dienstag vor Journalisten in Washington. Es brauche Zeit, bis sich die Folgen der Zölle auf die Wirtschaft voll zeigten, erläuterte er: "Der Handelsschock war in gewissem Maße geringer als erwartet" - vor allem, weil es zahlreiche Handelsvereinbarungen zwischen den USA und wichtigen Partnern sowie Ausnahmeregelungen gab, aber auch, weil die Partner auf Vergeltungsmaßnahmen verzichteten.
Die Folgen der Zölle seien aber dennoch spürbar, fuhr Gourinchas fort. So hätten sich Handelsströme neu ausgerichtet, China etwa handle mehr mit Asien und Europa als mit den USA.
Für die USA, die größte Volkswirtschaft der Welt, rechnet der IWF in diesem Jahr mit einem Wachstum von 2,0 Prozent und im kommenden Jahr mit 2,1 Prozent. Damit setzte er seine Prognosen vom Juli jeweils um 0,1 Punkte herauf. Die Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) stützten das US-Wachstum, der schwächelnde Arbeitsmarkt und ein sich verlangsamender Konsum dagegen bremsten es.
Gourinchas sagte, es bleibe abzuwarten, ob der Anstieg der Investitionen in KI nicht nur eine "Modeerscheinung" seien. Es könnte eine "Blase" entstehen, die sich letztlich negativ auf die globale Finanzstabilität auswirken könnte. Er rechne mit einer Korrektur, "wenn die Versprechungen nicht eintreffen".
Chinas Wirtschaft dürfte laut IWF um 4,8 Prozent in diesem und um 4,2 Prozent im kommenden Jahr zulegen. Gründe seien die andauernden "ernsten Probleme" der chinesischen Wirtschaft. Er forderte Peking zu "entschlossenen Maßnahmen" auf, vor allem um den Binnenmarkt zu stärken.
Die Wirtschaft in der Eurozone bleibt laut IWF-Prognose schwach, vor allem wegen der Probleme der großen Volkswirtschaften Deutschland, Frankreich und Italien. Der Währungsfonds rechnet hier mit 1,2 Prozent Wachstum in diesem Jahr und 1,1 Prozent im kommenden Jahr.
Die IWF-Prognose für Deutschland verbesserte sich für dieses Jahr leicht um 0,1 Punkte, für das kommende Jahr blieb sie unverändert. Die Bundesregierung rechnet ebenfalls mit einem Wachstum von 0,2 Prozent in diesem Jahr, 2026 sollen es laut der vergangene Woche vorgestellten Prognose aber 1,3 Prozent werden. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hatte zur Begründung für den Optimismus auf die wirtschafts- und finanzpolitischen Maßnahmen wie das Investitionssofortprogramm verwiesen.
F.Wagner--VB