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China will "spezielle Hafengebühren" für Schiffe aus den USA erheben
China will für Schiffe aus den USA, die chinesische Häfen anlaufen, künftig eine Gebühr erheben. Die "spezielle Hafengebühr" werde ab dem 14. Oktober fällig und betreffe alle Schiffe mit US-Bezug, erklärte das Verkehrsministerium in Peking am Freitag. Dazu zählen den Angaben nach Schiffe unter US-Flagge, in den USA gebaute Schiffe sowie solche im Besitz von oder im Betrieb durch US-Unternehmen und -Bürgern.
Die Gebühr beläuft sich zunächst auf 400 Yuan (48 Euro) pro geladener Tonne. Im April steigt sie auf 640 Yuan, anschließend soll es jährliche Erhöhungen geben. Jedes Schiff wird demnach pro Fahrt und jeweils im ersten chinesischen Anlaufhafen belastet und nicht erneut bei jedem Anlegen. Die Gebühr muss maximal fünf Mal pro Jahr entrichtet werden.
Die Maßnahme ist eine Replik auf eine ähnliche Regelung in den USA, die auf eine noch unter Präsident Joe Biden eingeleitete Wettbewerbsuntersuchung zurückgeht. Ebenfalls ab dem 14. Oktober werden Schiffe chinesischer Unternehmen oder aus chinesischer Herstellung beim Anlegen in den USA zur Kasse gebeten. Der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer hatte im April angekündigt, mit der neuen Gebühr der marktbeherrschenden Stellung Chinas im Schiffsbau begegnen zu wollen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Schiffbau international von den USA dominiert. Die Industrie befindet sich jedoch seit Jahrzehnten im Niedergang. Heute werden Frachtschiffe vor allem in Asien gebaut, in China sowie in geringerem Umfang in Südkorea und Japan. Der US-Schiffbau steht heute für 0,1 Prozent der weltweiten Produktion.
Ein Sprecher des chinesischen Verkehrsministeriums bezeichnete die von Peking erhobenen Gebühren als "legitime Maßnahme zum Schutz der Rechte und Interessen chinesischer Reedereien". "Wir fordern die US-Seite auf, ihre unrechtmäßigen Praktiken unverzüglich zu korrigieren und ihre ungerechtfertigte Unterdrückung der chinesischen Schifffahrtsindustrie einzustellen."
F.Mueller--VB