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Boykott in Skandinavien gegen Süßwarenkonzern Mondelez wegen Präsenz in Russland
Der US-Konzern Mondelez, bekannt für Snacks wie Oreo-Kekse und Toblerone, sieht sich wegen seiner anhaltenden Präsenz in Russland mit einer Protestbewegung in Skandinavien konfrontiert. Die norwegische Regierung hielt am Mittwoch ein Treffen mit mehreren Akteuren und Einzelhandelsketten ab, die ihrerseits um Leitlinien baten. Dazu hieß es aus dem norwegischen Handels- und Industrieministerium allerdings, es bleibe den Firmen sowie Verbraucherinnen und Verbrauchern überlassen, wie sie mit Mondelez-Produkten umgingen.
In den vergangenen Tagen hatten unter anderem die Airlines SAS und Norwegian, der Fußballverband sowie das schwedische Militär ihren Boykott von Artikeln des Süßwarenriesen und des norwegischen Tochterunternehmens Freia erklärt. Das Militär bat etwa seine Lieferanten um Produkte anderer Marken. Damit bewege sich die Armee "auf einer Linie" mit ihrer sonstigen Haltung zur Ukraine, sagte eine Sprecherin mit Blick auf das von Russland angegriffene Land.
Ukrainische Behörden hatten Mondelez, das auch für Marken wie Milka und Tuc bekannt ist, Ende Mai auf eine Liste "internationaler Kriegssponsoren" gesetzt, weil der US-Konzern weiter in Russland präsent sei, dort Steuern zahle und so den Krieg gegen das Nachbarland mit finanziere. Auf dieser Liste finden sich etwa auch die Firmen Yves Rocher und Bonduelle.
Eine Reihe westlicher Firmen hatte sich nach dem Beginn des Ukraine-Kriegs aus Russland zurückgezogen oder die dortigen Aktivitäten stark eingeschränkt. Mondelez erklärte nun ebenfalls, in Russland nur "eingeschränkt" tätig zu sein. Außerdem werde keins der Produkte des zum Konzern gehörenden norwegischen Schokoladenherstellers Freia in dem Land hergestellt.
O.Lorenz--BTB