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Klimaverhandlungen in Bonn - Schneider ruft zu Festhalten an UN-Prozess auf
Anlässlich des Beginns von UN-Klimaverhandlungen in Bonn hat Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) am Montag zu einem Festhalten am internationalen Klimaschutzprozess aufgerufen. Dieser sei "eine Voraussetzung dafür, die Erderwärmung zu begrenzen und die wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Risiken des Klimawandels einzudämmen", erklärte Schneider in Berlin. Die Vereinten Nationen blieben "der zentrale Ort, an dem diese globale Herausforderung gemeinsam angegangen wird".
Bei den zweiwöchigen Verhandlungen ab Montag auf Fachebene am Sitz des UN-Klimasekretariats in Bonn geht es um die Senkung der Treibhausgasemissionen, die Anpassung an Klimafolgen und um die Mobilisierung von Mitteln für die internationale Klimafinanzierung. Die Gespräche dienen der Vorbereitung der nächsten UN-Klimakonferenz im November in Antalya, die von der Türkei in Zusammenarbeit mit Australien ausgerichtet wird.
Auf "maximale Fortschritte" drang im Vorfeld UN-Klimachef Simon Stiell. "Deutschland wird dazu auch künftig seinen Beitrag leisten – verlässlich, konstruktiv und mit dem klaren Ziel, die internationale Energiewende weiter voranzubringen", versicherte Schneider. "Wer heute in Klimaschutz investiert, investiert zugleich in wirtschaftliche Stärke, Sicherheit und Wohlstand", hob der Minister hervor und fügte hinzu: "Deutschland wird sich dafür einsetzen, dass die internationale Staatengemeinschaft ihr Tempo beim Ausbau erneuerbarer Energien, bei der Elektrifizierung und bei Energieeffizienz, beim Schutz natürlicher Kohlenstoffspeicher und der Anpassung an die Folgen des Klimawandels weiter erhöht."
Am klimapolitischen Kurs der Bundesregierung gibt es allerdings auch Kritik. Umweltverbände riefen die Staatengemeinschaft, aber auch Deutschland vor Beginn der Beratungen in Bonn zu einem entschlosseneren Handeln für mehr Klimaschutz auf. Sie dringen vor allem auf einen zügigen Ausstieg aus der Nutzung fossiler Energien. Fortschritte müsse es zudem bei der Unterstützung besonders betroffener Länder bei Klimaanpassung und einem Ausgleich für klimabedingte Schäden geben.
Zu den UN-Verhandlungen in Bonn werden bis zum 18. Juni mehrere tausend Delegierte von Regierungen sowie aus Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft aller UN-Mitgliedsstaaten erwartet. Teilnehmen wollten auch die Umwelt- und Klimaschutzminister der Türkei und Australiens. Die Bundesregierung wird vor Ort durch Umwelt-Staatssekretär Jochen Flasbarth vertreten. Die US-Regierung ist nach dem von Präsident Donald Trump angeordneten Ausstieg aus dem UN-Klimaprozess nicht dabei.
A.Ammann--VB