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Autozulieferer Schaeffler erhöht Angebot für Vitesco
Der Autozulieferer Schaeffler hat bei der angestrebten Übernahme von Vitesco nachgelegt und sein Angebot für den Kauf des Antriebsspezialisten aus Regensburg erhöht. Wie Schaeffler am Montag mitteilte, soll der "finale Preis" nun bei 94 Euro pro Vitesco-Aktie liegen, nachdem der Zulieferer zunächst 91 Euro angeboten hatte. Vorstand und Aufsichtsrat von Vitesco halten allerdings auch den erhöhten Angebotspreis "aus finanzieller Sicht für nicht angemessen." Die Annahmefrist für das Angebot endet am 15. Dezember.
Schaeffler hatte am 9. Oktober angekündigt, Vitesco übernehmen zu wollen - vor allem, um sich bei der Elektromobilität besser aufzustellen. Für diesen geplanten Zusammenschluss schlossen beide Unternehmen am Montag einen Vertrag, der laut Schaeffler die Grundlage für eine "zügige und effektive Integration" schafft.
"Wir sind bei Schaeffler fest davon überzeugt, dass sich beide Unternehmen auf ideale Weise ergänzen und so gemeinsam stärker sein werden", erklärte Vorstandschef Klaus Rosenfeld, der künftig auch das kombinierte Unternehmen leiten soll. Die strategisch besonders bedeutsame Sparte "E-Mobility" soll von Thomas Stierle geführt werden, der bislang den Elektrifizierungsbereich bei Vitesco verantwortet.
Außerdem sei vereinbart worden, "dass das kombinierte Unternehmen den Namen Schaeffler AG tragen wird", teilte der Zulieferer weiter mit. Der Sitz des Unternehmens werde Herzogenaurach sein, wobei sich Schaeffler der Bedeutung der Vitesco-Standorte für das kombinierte Unternehme bewusst sei, "insbesondere des Standorts Regensburg für das E-Mobility-Geschäft".
Der erhöhte Angebotspreis von 94 Euro pro Vitesco-Aktie entspricht laut Schaeffler "einer noch attraktiveren Prämie von rund 24,8 Prozent auf den Schlusskurs vom 6. Oktober 2023", dem letzten Handelstag vor der Ankündigung des Angebots. Die Entscheidung zur Erhöhung des Angebotspreises sei nach sorgfältiger Prüfung der bestehenden Marktlage getroffen worden und unterstreiche "die Zuversicht Schaefflers im Hinblick auf die erwarteten Synergien und das Wertschöpfungspotential des Unternehmenszusammenschlusses mit Vitesco."
Vitesco erklärte, Vorstand und der Aufsichtsrat des Antriebsspezialisten stimmten "der Ansicht von Schaeffler zu, dass die Schaffung eines kombinierten Unternehmens in bestimmten Bereichen signifikante strategische Vorteile mit sich bringen kann." Dass Schaeffler Synergien "vorrangig durch Wachstum und langfristige Wertschöpfung" erreichen wolle, "und nicht durch Standortschließungen oder den Abbau von Arbeitsplätzen", sei positiv zu bewerten.
Mit Blick unter anderem auf das Entwicklungspotenzial von Vitesco jedoch hielten Vorstand und Aufsichtsrat "auch den erhöhten Angebotspreis je Vitesco Technologies Aktie aus finanzieller Sicht für nicht angemessen". Die Aktionäre müssten die Entscheidung, ob und in welchem Umfang sie das Angebot annehmen, "unter Berücksichtigung ihrer individuellen Verhältnisse" nun eigenständig treffen.
Die Annahmefrist für den laut Schaeffler "besten und finalen" Preis von 94 Euro je Vitesco-Aktie endet am 15. Dezember. Die geplante Verschmelzung wiederum bedarf der Zustimmung der jeweiligen Hauptversammlungen beider Unternehmen. Schaeffler plant, eine außerordentliche Hauptversammlung für voraussichtlich Anfang Februar 2024 einzuberufen.
Der Abschluss der Transaktion soll laut Schaeffler voraussichtlich im vierten Quartal 2024 erfolgen. Für das kombinierte Unternehmen wird ein Jahresumsatz von rund 25 Milliarden Euro erwartet; die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter liegt bei 120.000.
P.Staeheli--VB