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Das Formel-1-Reife(n)zeugnis: Monaco
Kimi Antonelli eilt von Sieg zu Sieg - und schreibt ein weiteres Kapitel Formel-1-Geschichte. Der Mercedes-Pilot fährt in seiner eigenen Liga, und das erkennt die Konkurrenz neidlos an. Dagegen herrscht bei Charles Leclerc, Nico Hülkenberg und auch Max Verstappen aus unterschiedlichen Gründen Frust. Erkenntnisse vom sechsten Saison-Wochenende.
KIMI ANTONELLI: So langsam gehen die Superlative aus, um die Leistungen von Kimi Antonelli zu beschreiben. Seit Sonntag ist er der jüngste Sieger des Rennens in Monaco - und der Italiener lässt all das so spielerisch leicht aussehen. Toto Wolff sprach bei Sky voller Stolz von einer "unglaublichen Performance", und zwar "vom Anfang bis zum Ende". Antonelli "war der schnellste Mann, wir konnten ihn kaum bremsen", berichtete der Mercedes-Teamchef: "Wir haben ihm zwei-, dreimal gesagt, dass er nicht so schnell fahren muss. Aber dann haben wir ihn gelassen, damit er den Rhythmus halten kann." Auch als kurz vor Schluss das große Chaos ausbrach, behielt der Teenager beim stehenden Neustart die Nerven. Fünf Siege aus sechs Rennen sprechen eine eindeutige Sprache. Wer Weltmeister werden will, muss Antonelli schlagen.
LEWIS HAMILTON: Am nächsten dran und doch wie alle anderen chancenlos war Lewis Hamilton. Der Rekordweltmeister genoss den Jubel der Fans und die Unterstützung seiner neuen Partnerin Kim Kardashian an der Strecke, doch auf seinen ersten Sieg für Ferrari muss der Engländer weiter warten. "Wir haben uns in den letzten Monaten kontinuierlich verbessert, aber es wird noch harte Arbeit, auf ihre Stufe zu kommen", sagte Hamilton über die Konkurrenz von Mercedes. In der WM ist er jetzt Zweiter - sein Rückstand aber beträgt 66 Punkte.
NICO HÜLKENBERG: Nur wegen einer Strafe verpasste Nico Hülkenberg seine ersten WM-Punkte für Audi - und entsprechend bedient war er. "Frust und Enttäuschung" spüre er, sagte der Emmericher: "Hätte, hätte, Fahrradkette. Wir haben ein gutes Paket, aber es ist ein ziemlich bitteres Rennen." Positiv war die Performance des Teams dennoch, ob das aber fürs Rennen in Barcelona am kommenden Wochenende etwas bedeutet, ist fraglich.
CHARLES LECLERC: Der Lokalmatador war wütend - dieses Heimrennen hatte ihm gehörig die Laune verdorben. Auf Podiumkurs liegend krachte er in die Streckenbegrenzung. Schuld seien seine Bremsen gewesen, sagte Charles Leclerc und fügte an: "Wäre es nicht in dieser Kurve passiert, dann ziemlich sicher in der nächsten." Die Schuld "übernehme ich ganz sicher nicht", schimpfte er noch am Boxenfunk und schlug aufs Lenkrad.
MAX VERSTAPPEN: Nach dem ganz frühen Aus wollte Max Verstappen einfach nur weg, praktisch, dass der Ex-Weltmeister ganz in der Nähe der Strecke wohnt. Sein Red Bull hatte ihm beim Start im Stich gelassen - statt Antonelli unter Druck zu setzen, zog das gesamte Feld an ihm vorbei. "Was soll ich jetzt machen?", fragt er am Boxenfunk und bekam die Anordnung, das Auto abzustellen. Dabei hatte alles nach einem starken Ergebnis für Verstappen ausgehen. Im Qualifying musste er sich nur Überflieger Antonelli geschlagen geben, doch im Rennen "hatte ich schon beim Start ein schlechtes Gefühl", sagte er: "Der Motor fühlte sich komisch an. Nach ein paar Metern war viel Lärm - und das war's."
E.Burkhard--VB