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Regel-Neuerungen: Mehr VAR-Macht, weniger Spielverzögerungen
Mehr Macht für die Video-Assistenten, weniger Spielverzögerungen: Die Regelhüter des International Football Association Board (IFAB) haben auf ihrer Generalversammlung in Wales am Samstag ein Maßnahmenpaket beschlossen, das in erster Linie darauf abzielt, das Zeitspiel im gesamten Fußball zu reduzieren. Die Neuerungen werden ab dem 1. Juni eingeführt, sie gelten damit auch schon bei der WM-Endrunde in den USA, Mexiko und Kanada (11. Juni bis 19. Juli). Der SID stellt die Veränderungen vor:
Was eingeführt wird:
- Die Video-Assistenten dürfen künftig auch Eckball-Entscheidungen, die zweite Verwarnung bei einer Gelb-Roten Karte sowie Verwechslungen überprüfen, wenn Schiedsrichter die falsche Mannschaft für ein Vergehen mit einer Gelben oder Roten Karte bestrafen. Bisher dürfen nur Tore, Strafstöße, Rote Karten und mögliche Verwechslungen bei Platzverweisen gecheckt werden.
- Bei Einwürfen und Abstößen wird es künftig eine Fünf-Sekunden-Regel geben. Die Unparteiischen zeigen den Countdown an, sollten sie der Meinung sein, dass die Aktion zu lange dauert. Seit Saisonbeginn gibt es bereits eine Acht-Sekunden-Regel für die Torhüter. Wird die Zeit überschritten, gibt es Eckball oder Einwurf für den Gegner.
- Bei Auswechslungen müssen die Spieler innerhalb von zehn Sekunden vom Platz. Dauert es länger, darf der Einwechselspieler erst bei der nächsten Unterbrechung auf den Platz und fehlt seiner Mannschaft so lange.
- Ein verletzter Spieler, der auf dem Platz behandelt wird, muss für eine Minute an der Seitenlinie warten, bevor er zurück ins Spiel darf.
- Bei offiziellen Freundschaftsspielen von A-Nationalmannschaften dürfen künftig acht Auswechslungen vorgenommen werden.
Was ist der Hintergrund der Neuerungen:
Der Eckball-Check soll verhindern, dass nach ungerechtfertigten Ecken Tore fallen und so Diskussionen entstehen. "Normalerweise dauert es zehn bis 15 Sekunden, ehe die angreifende Mannschaft bereit ist. In diesen Sekunden kann geklärt werden, ob eine Ecke womöglich fälschlicherweise gegeben wurde", sagt FIFA-Schiedsrichterboss Pierluigi Collina.
Die Maßnahmen gegen die Spielverzögerung zielen vor allem auf eine Erhöhung der Netto-Spielzeit ab, die vor allem vom Weltverband FIFA gefordert wird.
Es bestehen keine Zweifel daran, dass der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und die Deutsche Fußball Liga (DFL) die neuen Regeln übernehmen werden. Sie gelten dann ab der kommenden Saison in der Liga und im DFB-Pokal.
Was (noch) nicht kommt:
Bei der oft umstrittenen Abseits-Regelung gibt es erst einmal keine Veränderungen. Das IFAB will "die laufenden Versuche in Bezug auf Abseits fortsetzen", hieß es nach der Versammlung lediglich. Man lasse sich zudem "über die Weiterentwicklung der halbautomatischen Abseitstechnologie (SAOT) sowie über den laufenden, von der FIFA geleiteten Versuch der Video-Unterstützung im Fußball (Football Video Support, FVS) informieren".
Das IFAB will zudem noch untersuchen, was mit verletzten Torhütern passiert, um taktische Verzögerungen zu unterbinden. Überlegt wird, einen Feldspieler kurz an die Seitenlinie zu verbannen.
Wer hat entschieden:
Die größte Machtposition im IFAB hat die FIFA inne. Der Weltverband vereint vier der acht Stimmen auf sich. Je eine Stimme haben traditionell die vier britischen Verbände aus England, Wales, Schottland und Nordirland. Für Neuerungen braucht es eine Dreiviertelmehrheit. Da sich die Regelhüter meist schon im Vorfeld einer Generalversammlung geeinigt haben, sind Überraschungen selten.
SID as tn om
C.Bruderer--VB