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Paralympics: DBS lehnt Boykott der Eröffnungsfeier ab
Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) lehnt einen Boykott der Eröffnungsfeier der Paralympischen Winterspiele wegen der Teilnahme russischer und belarussischer Athletinnen und Athleten an der Zeremonie ab. "Wir werden den Fokus auf die sportlichen Wettkämpfe legen", sagte DBS-Präsident Hans-Jörg Michels dem SID: "Von einem Boykott halte ich persönlich nichts. Das hat man in der Vergangenheit gesehen, dass das im Grunde genommen nichts bringt für den Sport."
Die Positionierung des Verbandes sei klar: "Wir verurteilen den Angriffskrieg, haben uns deutlich gegen eine Teilnahme von Athletinnen und Athleten aus Russland und Belarus ausgesprochen und stehen solidarisch an der Seite der Ukraine", sagte Michels, der im vergangenen Sommer auf den langjährigen Präsidenten Friedhelm Julius Beucher gefolgt war.
Sechs russische und vier belarussische Athletinnen und Athleten dürfen per Wildcard bei den Winterspielen in Mailand und Cortina d'Ampezzo (6. bis 15. März) antreten. Nachdem die Generalversammlung des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC) die Suspendierung der beiden kriegsführenden Länder Ende September aufgehoben hatte, dürfen die Sportlerinnen und Sportler wieder unter ihrer eigenen Flagge antreten und nationale Embleme zeigen. Im Erfolgsfall würde auch die jeweilige Hymne gespielt werden.
Die Ukraine wird die Eröffnungszeremonie im Amphitheater von Verona aus diesem Grund boykottieren. Ihr schlossen sich Tschechien sowie Russlands Nachbarländer Finnland, Polen, Estland und Lettland an. Das IPC zeigt Verständnis, wies aber auf die Abstimmung hin: "Wir verstehen, dass viele Länder mit dieser Entscheidung unzufrieden sind, aber sie wurde im Rahmen eines sehr demokratischen Prozesses getroffen."
Für den DBS sei die Rückkehr der russischen Flagge auf die große Sportbühne "ganz schwer nachvollziehbar und kaum erträglich", sagte Michels. Die Entscheidung "müssen wir leider akzeptieren, obwohl es unserer moralisch-ethischen Grundhaltung widerspricht. Aus unserer Sicht ist das insbesondere für die Teilnehmenden aus der Ukraine unzumutbar."
Sollte sich an der Teilnahme von Russland und Belarus nichts ändern, sei eine Protestaktion im Rahmen der Winter-Paralympics "grundsätzlich möglich", sagte Michels: "Aber von Seiten des DBS wird es da keinen Vorstoß geben."
A.Kunz--VB