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Knorr lässt Dampf ab: "Das war die Kirsche auf der Torte"
Juri Knorr hat nach der EM-Niederlage von Deutschlands Handballern gegen Serbien deutliche Worte gefunden und sich enttäuscht über seine geringen Einsatzzeiten in der zweiten Hälfte geäußert. "Natürlich brodelt es in einem auf der Bank, wenn man da draußen sitzt und nicht helfen kann", sagte Knorr nach dem 27:30 (17:13) gegen Serbien in der ARD.
Knorr hatte anders als beim Auftaktsieg gegen Österreich (30:27) zunächst von Beginn an mitwirken dürfen. Nach seiner starken Leistung mit vier Treffern im ersten Abschnitt hatte Bundestrainer Alfred Gislason den Mittelmann von Aalborg Handbold im zweiten Abschnitt kaum noch eingesetzt. Nach der Pause brach das deutsche Offensivspiel komplett ein, es gelangen nur noch zehn Tore nach 17 Treffern in der ersten Halbzeit.
Dazu kam es zu einer bitteren Szene: Gislason hatte beim Stand von 25:26 in der Schlussphase zu früh auf den Buzzer gedrückt, der vermeintliche Ausgleichstreffer Knorrs wurde deshalb aberkannt. "Das passiert. Das war die Kirsche auf der Torte. Das passt ein bisschen zur Situation in der zweiten Halbzeit", sagte Knorr geknickt.
Auf die Frage, was in dieser Szene in seinem Kopf vorging, sagte er in der ARD: "Ich weiß nicht, ob ich darauf antworten sollte, aber ich glaube, jeder Spieler will auf der Platte stehen. Ich werde immer alles reinhauen und will natürlich helfen, und ich habe das Gefühl, dass ich gut helfen konnte. Ja, ich verstehe es nicht ganz."
Eigentlich habe er "ein gutes Gefühl" auf dem Feld verspürt. Er sei "einfach ultra frustriert, aber wir müssen da jetzt als Mannschaft raus und jeder darf frustriert sein, wenn er nicht spielt", sagte Knorr.
Nach dem Einbruch gegen die Serben steht die Auswahl des Deutschen Handballbunds (DHB) im Vorrundenfinale am Montag (20.30 Uhr/ZDF) massiv unter Druck, es droht das frühe Aus. "Wir werden es jetzt nicht alleine schaffen, wir werden es nicht schaffen, wenn Leute 60 Minuten durchspielen. Wir werden es nur schaffen, wenn jeder da ist und jeder das Vertrauen hat, wenn jeder bereit ist und wenn das von uns aus der Mannschaft kommt", sagte Knorr.
Er sei bei allem Ärger auch "optimistisch, dass wir so eine Mannschaft haben und dass wir die Spanier kaputtrennen können, dass wir sie kaputtmachen", sagte Knorr: "Die haben natürlich einen Flow und das Momentum auf ihrer Seite. Aber ich glaube an diese Mannschaft, ich glaube an die Energie, die wir haben. Wir haben die Spanier häufig geschlagen."
I.Stoeckli--VB