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"Bandenwerbung-Affäre": DFB übt Kritik an Ermittlungen
Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat scharfe Kritik an den Ermittlungen im Prozess um die sogenannte "Bandenwerbung-Affäre" geübt. "Niemand im DFB hat sich vorstellen können, dass die Staatsanwaltschaft und Oberfinanzdirektion das Gebot einer fairen und rechtsstaatlichen Verfahrensführung in einem solchen Ausmaß missachten. Das bedarf dringend weiterer Aufarbeitung", sagte DFB-Kommunikationsdirektor Steffen Simon dem SID.
Hintergrund der Kritik sind jüngste Zeugenberichte und Aussagen der Vorsitzenden Richterin Eva-Marie Distler. Laut der Frankfurter Rundschau habe ein Zeuge erklärt, dass von der Staatsanwaltschaft Druck auf die Betriebsprüfer ausgeübt worden sei. Auf Anfrage der Frankfurter Rundschau hat die Staatsanwaltschaft die Vorwürfe dementiert und darauf hingewiesen, dass "das Beweisprogramm noch nicht abgeschlossen" sei.
Der ehemalige DFB-Schatzmeister Stephan Osnabrügge steht im Prozess nun offenbar vor einem Freispruch. Es sei an der Zeit, "diesem Schauspiel ein Ende zu setzen", sagte Richterin Distler laut der Frankfurter Rundschau: "Es dreht sich einem der Magen um, wie hier ermittelt wurde." Distler habe ein "Störgefühl", mit welchen Mitteln die Staatsanwaltschaft und die Oberfinanzdirektion "Einfluss auf Zeugen genommen" habe.
Der DFB wird wie im Sommermärchen-Prozess um die dubiosen Geldflüsse rund um die WM 2006 als "Nebenbeteiligter" geführt. Dem Verband war wegen der "Bandenwerbung-Affäre" vom Finanzamt die Gemeinnützigkeit für die betroffenen Jahre 2014 und 2015 aberkannt worden. Je nach Ausgang des Verfahrens könnte dies nun rückgängig gemacht werden. Verhandelt wird wie schon beim Sommermärchen-Prozess vor der 2. großen Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Frankfurt/Main.
S.Gantenbein--VB