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"Eine Farce": Moustafa wiedergewählt - Butzeck ohne Chance
Gerd Butzeck ist mit seiner Präsidentschaftskandidatur beim Handball-Weltverband IHF deutlich gescheitert. Der 66-Jährige aus Solingen erhielt beim 40. Ordentlichen Kongress der Internationalen Handball-Föderation in Kairo 20 Stimmen (11,36 Prozent), mit klarer Mehrheit bereits im ersten Wahlgang wurde der seit 2000 amtierende Ägypter Hassan Moustafa (129/73,30 Prozent) für weitere vier Jahre bestätigt.
Vom Deutschen Handballbund (DHB) waren nach dem deutlichen Votum kritische Worte zu vernehmen. "Wie zu erwarten, war das Verfahren nicht fair: Außer Dr. Moustafa hatte am Vortag des Kongresses kein Kandidat die Chance, sich bei den Treffen der Kontinentalverbände zu präsentieren", sagte DHB-Präsident Andreas Michelmann: "Der Ablauf des Kongresses war eine Farce und des internationalen Handballs unwürdig, weil es alleine vier Stunden dauerte, bis die Technik der Wahl funktionierte. Es zeigt, wie nötig strukturelle Änderungen bei der IHF und generell im Weltsport sind. Dennoch haben wir das Ergebnis zu akzeptieren."
Butzeck erklärte: "Sowohl Format und Ablauf der Wahl als auch das Ergebnis sind schmerzhaft. Ich wünsche dem Handball inständig, dass es trotz des beschlossenen Stillstands alsbald Fortschritte gibt. Davon hängt die Zukunft unseres Sports ab."
Für Mark Schober, den DHB-Vorstandsvorsitzenden, ist das System, dass jede Nation eine Stimme hatte, "ein Hindernis für die Entwicklung jedes Weltsports". Europa habe "ein großartiges Angebot gemacht, aber das war letztlich chancenlos."
Butzeck, seit 2006 hauptamtlicher Geschäftsführer der Interessenvertretung der internationalen Spitzenvereine, war mit dem Slogan "Der Handball verdient mehr" angetreten. Seine Agenda: Mehr Sponsoren gewinnen, mehr Sichtbarkeit erzielen - und damit den olympischen Status des Handballs sichern.
Der 81 Jahre alte Moustafa hatte sein Ziel, seinen Sport global erfolgreich zu machen, in einem Vierteljahrhundert als Präsident verfehlt. Der Kreis der Gastgeber und auch Titelgewinner bei großen Turnieren ist begrenzt, die Vormachtstellung einiger weniger europäischer Nationen zementiert.
Moustafa sorgte zudem immer wieder für Kontroversen. Erst in der vergangenen Woche blieb er dem WM-Finale der Frauen zwischen Norwegen und Deutschland fern. Oft vorgetragene Vorwürfe gegen ihn sind ein autoritärer Führungsstil, Intransparenz und fehlender Wille zur Modernisierung.
Nun wurde Moustafa erstmals seit 2009 wieder herausgefordert, doch neben Butzeck waren auch Franjo Bobinac aus Slowenien (24 Stimmen) und Tjark de Lange aus den Niederlanden (3) ohne jede Chance.
J.Marty--VB