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USA und Iran beginnen in Pakistan Gespräche über Ende des Iran-Krieges
In einem Klima des gegenseitigen Misstrauens haben ranghohe Delegationen der USA und des Iran am Samstag in Pakistan Gespräche über eine Beendigung des Iran-Krieges begonnen. Pakistans Regierungschef Shehbaz Sharif empfing beide Delegationen getrennt voneinander, bevor er die Verhandlungen für eröffnet erklärte. Nach fünf Wochen Krieg gilt derzeit eine zweiwöchige Waffenruhe. Die Positionen der Kriegsparteien liegen aber extrem weit auseinander.
US-Vizepräsident JD Vance landete am Vormittag auf dem Luftwaffenstützpunkt Nur Khan nahe der Hauptstadt Islamabad und wurde vom pakistanischen Generalstabschef Asim Munir empfangen. Der US-Delegation gehören auch der Sondergesandte Steve Witkoff und Jared Kushner an, der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump.
Sharif habe "das Engagement beider Delegationen für einen konstruktiven Dialog" gewürdigt und die Hoffnung geäußert, "dass diese Gespräche als Sprungbrett für einen dauerhaften Frieden in der Region dienen" könnten, teilte das Büro des pakistanischen Regierungschefs nach dessen Treffen mit beiden Delegationen mit.
Die USA und Israel hatten am 28. Februar Angriffe auf den Iran gestartet. Nach fünf Wochen Krieg einigten sich die Konfliktparteien am Dienstag auf eine zweiwöchige Feuerpause. In dieser Zeit soll unter Pakistans Vermittlung über ein dauerhaftes Ende des Krieges verhandelt werden.
Vance sagte vor seinem Abflug nach Pakistan, "wenn die Iraner bereit sind, ernsthaft zu verhandeln, sind wir bereit, ihnen die Hand zu reichen". Gleichzeitig warnte er Teheran davor, "Spielchen zu spielen".
Die 70-köpfige iranische Delegation unter Leitung von Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf war in der Nacht in Islamabad eingetroffen. Der Iran hatte zuvor erklärt, dass eine mögliche Einigung auf ein dauerhaftes Ende der Kämpfe die Freigabe eingefrorener Vermögenswerte und eine Waffenruhe auch im Libanon umfassen müsse. Vance zufolge steht letzteres in Islamabad nicht zur Diskussion.
Die Kriegsparteien liegen in zentralen Fragen weit auseinander, darunter neben Sanktionen und dem Libanon auch die Straße von Hormus und das iranische Atomprogramm. US-Präsident Trump verlangt von Teheran, die seit Kriegsbeginn blockierte, strategisch wichtige Meerenge wieder für den Schiffsverkehr freizugeben. "Wir werden den Golf mit oder ohne sie (die Iraner) öffnen", sagte Trump am Freitag.
Auf die Frage, was eine gute Vereinbarung mit dem Iran wäre, legte Trump den Schwerpunkt aber auf Atomwaffen. "Keine Atomwaffe" für den Iran sei "99 Prozent" der Angelegenheit. Der US-Präsident hat das iranische Atomprogramm als einen der Gründe für den Beginn der US-israelischen Angriffe auf den Iran Ende Februar genannt.
Die iranische Delegation zeigte sich vor Beginn der Gespräche misstrauisch: "Unsere Erfahrung bei Verhandlungen mit den USA waren stets von Misserfolgen und gebrochenen Versprechen geprägt", sagte Ghalibaf dem iranischen Rundfunk zufolg kurz nach der Landung in Pakistan.
Laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim sagte der ebenfalls der iranischen Delegation angehörende Außenminister Abbas Araghtschi Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) am Samstag in einem Telefonat, dass "Iran mit totalem Misstrauen in die Verhandlungen geht wegen der wiederholten Verletzung von Versprechen und Verrats".
Iranische Medien berichteten, das genaue Format für die Verhandlungen im Hotel Serena in Islamabad müsse noch festgelegt werden. Es war noch unklar, ob es zu direkten Gesprächen kommen oder der Austausch über pakistanische Vermittler stattfinden würde.
Die Waffenruhe steht bereits unter Druck, vor allem wegen der anhaltenden Angriffe Israels auf die pro-iranische Hisbollah-Miliz im Libanon. Nach Auffassung des Irans und Pakistans gilt die von Washington und Teheran vereinbarte Waffenruhe auch für den Libanon.
Pakistans Regierungschef Sharif sprach von "schwierigen" Verhandlungen, die nun bevorstünden. Es gehe um "alles oder nichts".
R.Kloeti--VB