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Angriffe und Gefangenenaustausch vor Oster-Feuerpause zwischen Moskau und Kiew
Kurz vor einer geplanten Waffenruhe zum orthodoxen Osterfest hat Russland die Ukraine erneut mit Luftangriffen überzogen. Bei russischen Angriffen auf mehrere Regionen der Ukraine wurden ukrainischen Behördenangaben zufolge vier Menschen getötet und 17 weitere verletzt. In der von Russland besetzten Region Donezk wurden laut russischen Angaben zwei Menschen durch eine ukrainische Drohne getötet. Wie das russische Verteidigungsministerium mitteilte, ließen beide Seiten je 175 Soldaten frei.
Die russischen Streitkräfte feuerten nach Angaben ukrainischer Behörden in der Nacht zum Samstag mindestens 160 Drohnen auf die Ukraine ab. Dabei sei die südliche Hafenstadt Odessa am stärksten getroffen worden. Bei Angriffen auf ein Wohngebiet seien zwei Menschen getötet und zwei weitere verletzt worden, erklärte der dortige Regionalgouverneur Serhij Lysak am frühen Samstagmorgen.
In der zentralukrainischen Stadt Poltawa habe ein "feindlicher Drohnenangriff" ein Geschäft und ein Café getroffen, erklärte die regionale Militärverwaltung. Dabei sei ein Mensch getötet worden, ein weiterer Mensch sei verletzt worden.
In der nordöstlichen Region Sumy trafen russische Drohnenangriffe laut der regionalen Militärverwaltung mehrere Wohngebiete. Dabei wurden 14 Menschen verletzt, unter ihnen ein 14-Jähriger und eine 87-Jährige.
Bei ukrainischen Gegenangriffen auf die südrussische Region Krasnodar wurde derweil nach russischen Angaben ein Wohnhaus beschädigt und ein Öldepot in Brand gesetzt.
Russland hatte eine 32-stündige Feuerpause über das orthodoxe Osterfest am Wochenende verkündet. Auf Beschluss von Präsident Wladimir Putin gelte "ein Waffenstillstand vom 11. April, 16.00 Uhr (15.00 Uhr MESZ), bis zum Ende des Tages am 12. April 2026", erklärte der Kreml. Der Generalstab der russischen Armee sei angewiesen worden, "die Kampfhandlungen in allen Richtungen für diesen Zeitraum einzustellen".
Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj erklärte die Bereitschaft seines Landes zur Einhaltung der Feuerpause. Auf etwaige Verstöße Moskaus werde die Ukraine jedoch "strikt genauso" reagieren, erklärte Selenskyj am Samstag im Onlinedienst X. Solange es keine "russischen Angriffe aus der Luft, zu Lande oder zur See gibt, wird es keine Reaktion von unserer Seite geben", fügte Selenskyj hinzu.
Im vergangenen Jahr hatte Russland ebenfalls eine Feuerpause über Ostern verkündet. Beide Seiten beschuldigten sich anschließend, diese nicht eingehalten zu haben.
Seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine am 24. Februar 2022 haben Moskau und Kiew bereits mehrfach Kriegsgefangene ausgetauscht. Der Austausch ist eines der wenigen Ergebnisse von Gesprächen unter US-Vermittlung zwischen den beiden Konfliktparteien zur Beendigung des Kriegs. Die Verhandlungen sind ins Stocken geraten, da die USA derzeit den Fokus auf den Iran legen.
B.Wyler--VB