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EU-Kommission prüft chinesische Übernahme von Mediamarkt-Saturn auf Subventionen
Die geplante chinesische Übernahme der Elektrohändler Mediamarkt und Saturn stößt auf Hürden in Brüssel. Die EU-Kommission kündigte am Donnerstag an, sie werde den Kauf der Mehrheitsanteile an der Muttergesellschaft Ceconomy AG durch den chinesischen Konzern JD.com auf unfaire Subventionen aus Peking prüfen. Stellt die Kommission einen Verstoß gegen EU-Recht fest, kann sie die Übernahme verbieten.
JD habe in China möglicherweise von direkten Staatshilfen, Steuervorteilen und günstigen Krediten profitiert, begründete die Kommission ihr Vorgehen. Sie will nun prüfen, ob solche Hilfen dazu geführt haben, dass JD ein höheres Angebot machen und so die bisherigen Anteilseigner überzeugen konnte. Außerdem befürchtet die Kommission, JD könnte nach dem Kauf einen unfairen Vorteil auf dem europäischen Markt haben.
Die Kommission muss ihre Ermittlungen bis Anfang Oktober abschließen. Bestätigt sich ihr Verdacht auf unfaire Subventionen, kann sie von JD einen Ausgleich verlangen oder die Übernahme vollständig verbieten.
Die beiden Unternehmen hatten die Übernahme im vergangenen Jahr angekündigt. Der chinesische Onlinehändler hält demnach inzwischen 59,8 Prozent der Aktien und Stimmrechte. Die Beteiligungsgesellschaft der Gründerfamilie Kellerhals behält einen Anteil von 25,4 Prozent, hat sich aber verpflichtet, künftig mit JD zu stimmen. De facto kommt der chinesische Konzern damit auf mehr als 85 Prozent.
Das Bundeskartellamt hat die Übernahme bereits genehmigt. In Deutschland läuft - ähnlich wie nun in Brüssel - allerdings noch eine Investitionsprüfung des Bundeswirtschaftsministeriums.
Ceconomy betreibt die Mediamarkt- und Saturn-Filian in Deutschland und weiteren europäischen Staaten sowie den Onlineshop. JD ist nach Angaben des Kartellamts "Chinas größter Einzelhändler nach Umsatz" und konkurriert im Onlinehandel unter anderem mit dem Alibaba-Konzern.
P.Keller--VB