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Altersgrenze für Soziale Medien: Prien kündigt Vorschlag bis Jahresmitte an
In der Debatte um eine Altersgrenze für Soziale Medien zum Schutz junger Menschen will Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) bis Mitte des Jahres Vorschläge vorlegen. "Wir beobachten die Erfahrungen in Australien sehr genau", sagte Prien dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Freitagsausgaben) mit Blick auf das australische Gesetz zur Social-Media-Altersgrenze. Die von ihrem Ministerium eingesetzte Expertenkommission "Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt" werde bis Mitte 2026 Empfehlungen präsentieren.
Die Expertenkommission prüft seit Herbst 2025 Schritte für einen effektiven Kinder- und Jugendmedienschutz. Laut Prien werden dort auch Maßnahmen wie ein mögliches Mindestalter wissenschaftlich und interdisziplinär untersucht. "Verbote, Altersbeschränkungen, Medienkompetenz, Teilhabe und der Zugang zu altersgerechten Inhalten müssen ineinandergreifen - mit Augenmaß und im Interesse der jungen Menschen", sagte sie den RND-Zeitungen.
Aus Sicht der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) reicht eine Altersgrenze nicht, um junge Menschen wirksam zu schützen. "Der Handlungsbedarf ist groß, aber Verbote und höhere Altersgrenzen alleine greifen zu kurz", kritisierte Ralf Becker, GEW-Vorstandsmitglied, gegenüber dem RND. Es brauche vielmehr eine "Offensive für mehr Medienbildung und die Durchsetzung des Kinder- und Jugendschutzes auch im digitalen Raum".
Australien hatte im Dezember als erstes Land weltweit ein Mindestalter von 16 Jahren für Social Media eingeführt. Seitdem wurden nach Behördenangaben 4,7 Millionen Konten deaktiviert. Großbritannien erwägt derzeit eine ähnliche Regelung.
A.Zbinden--VB