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DIHK-Umfrage: Wirtschaftskrise schlägt sich auch auf Ausbildungsmarkt nieder
Die Rezession ist nach dem Arbeitsmarkt auch auf dem Ausbildungsmarkt angekommen. In diesem Jahr plant mehr als ein Viertel der Unternehmen (26 Prozent), weniger Ausbildungsplätze anzubieten, wie eine Umfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) ergab. "Der Ausbildungsmarkt folgt klar dem Arbeitsmarkt", sagte der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer Achim Dercks am Donnerstag bei der Vorstellung der Umfrage in Berlin.
Zugleich melden der Umfrage zufolge weiterhin viele Betriebe, dass die Suche nach qualifizierten Auszubildenden ein Problem sei: Drei von vier Betrieben mit Besetzungschwierigkeiten geben an, im Jahr 2024 keine geeigneten Kandidaten gefunden zu haben.
Jedoch sank seit 2012 erstmals die Zahl der Ausbildungsbetriebe, die nicht alle Stellen besetzen konnten: Sie ging von 49 Prozent im Jahr 2023 auf 48 Prozent im Jahr 2024 zurück. Zwar liegt der Anteil der Betriebe mit Besetzungsschwierigkeiten immer noch 17 Prozentpunkte höher als vor zehn Jahren, doch "deuten die Zahlen für 2025 auch auf einen Rückgang an Ausbildungsplätzen hin", erklärte die DIHK.
Trotz schwieriger wirtschaftlicher Lage würden aber immer noch zwei Drittel der Betriebe alle ihre Azubis nach der Ausbildung übernehmen - denn: Die Wirtschaft brauche gut ausgebildetes Personal, erklärte Dercks.
Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) wies am Mittwoch anlässlich der Veröffentlichung der Arbeitsmarktstatistik auf die vielen noch offenen Stellen hin. "Noch 182.000 betriebliche Ausbildungsstellen sind unbesetzt - gleichzeitig suchen 140.000 junge Menschen eine Ausbildung", erklärte Bas. "Wer heute gut ausbildet, sichert sich die Fachkräfte von morgen. Und wer eine gute Ausbildung hat, ist langfristig besser vor Arbeitslosigkeit geschützt."
"Wir haben in der Tat beide Probleme" - Betriebe, die keine Auszubildenden fänden und junge Menschen, die keinen Ausbildungsplatz fänden, sagte Dercks. Der DIHK zufolge gibt es "erhebliche anwachsende Passungsprobleme", vor allem weil Bewerber nicht die Mindestvoraussetzungen mitbringen.
Besonders wichtig ist den Unternehmen laut Umfrage ein gutes Arbeits- und Sozialverhalten - 92 Prozent der Betriebe halten es für wichtig oder sehr wichtig. 86 Prozent betrachteten die "grundlegende mentale Leistungsfähigkeit" als wichtige oder sehr wichtige Mindestanforderung.
Mängel sehen Betriebe vor allem bei der Belastbarkeit der Schulabsolventen, die 57 Prozent als unzureichend bewerteten. Bei den Deutschkenntnisse sah zudem fast jeder zweite Betrieb oder 44 Prozent häufige Defizite, bei den Rechenfähigkeiten stellen 43 Prozent Mängel fest. "Wir brauchen in den Schulen wieder einen Fokus auf die grundlegenden Fähigkeiten", fuhr Dercks fort. Die Betriebe wünschten sich auch eine Stärkung der Berufsschulen - die Bundesregierung müsse darauf reagieren und diese in ihren Programmen ausreichend berücksichtigen, sagte Dercks.
Zum Start des neuen Ausbildungsjahres am 1. August richtete auch der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), Jörg Dittrich, einen Appell für Planungssicherheit an die Bundesregierung. "Das Handwerk erwartet, dass die neue Bundesregierung der beruflichen Bildung nicht nur in Sonntagsreden den Rücken stärkt, sondern auch in der konkreten politischen Praxis", erklärte Dittrich. Dies solle "durch eine verlässliche Förderung, tragfähige gesetzliche Rahmenbedingungen und die rechtliche Verankerung der Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung" geschehen.
A.Zbinden--VB