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Trotz Handelskrieg: Chinesische Industrieproduktion im April gestiegen
Die Produktion in der chinesischen Industrie hat im April trotz des Handelskrieges mit den USA zugelegt. Der Ausstoß stieg um 6,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das nationale Statistikamt in Peking am Montag mitteilte. Das war ein etwas stärkerer Anstieg als von Analysten erwartet worden war, jedoch weniger als das Plus von 7,7 Prozent im März.
"Die nationale Wirtschaft hielt dem Druck stand und verzeichnete im April ein stabiles Wachstum", erklärte das Statistikamt. Die Behörde sprach jedoch auch von einem "komplexen Umfeld, das von zunehmenden externen Schocks und vielfältigen internen Schwierigkeiten geprägt ist".
Die USA hatten hohe Zölle auf Importe aus China und anderen Ländern verhängt, Peking reagierte darauf mit Gegenzöllen. US-Präsident Donald Trump hob daraufhin die Aufschläge auf chinesische Produkte weiter an. Im April wurden so auf viele Lieferungen von China in die USA 145 Prozent Zoll fällig. Im Gegenzug erhob China in den meisten Fällen 125 Prozent Zoll.
In der vergangenen Woche verständigten sich Peking und Washington darauf, die gegenseitigen Zölle für zunächst 90 Tage stark zu reduzieren. Darüber hinaus kämpft die chinesische Wirtschaft jedoch mit einem anhaltend schwachen Binnenkonsum, einer drohenden Deflation und einem kriselnden Immobiliensektor. Das Wachstumsziel von rund fünf Prozent für 2025 halten viele Beobachter daher für ambitioniert.
Die Einzelhandelsumsätze, ein Schlüsselindikator für den Konsum, stiegen im April langsamer als erwartet, wie aus den am Montag veröffentlichten offiziellen Daten hervorgeht. Sie kletterten im Jahresvergleich um 5,1 Prozent und damit weniger stark als im März (5,9 Prozent). In vielen Städten sanken zudem die Preise für neue Wohnungen - ein Anzeichen für einen weiter stark unter Druck stehenden Immobiliensektor.
"Die Wirtschaftsaktivität verlangsamte sich im April nur leicht, da die Exporte trotz höherer US-Zölle stark blieben", erklärte Zhiwei Zhang, Chefvolkswirt bei Pinpoint Asset Management. "Da die Zölle nun stark gesenkt wurden, erwarte ich, dass die Exporte robust bleiben", fügte der Ökonom hinzu und prognostizierte "eine stabile Wirtschaftsdynamik im zweiten Quartal".
L.Maurer--VB