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Ölpreise fallen nach Berichten über Anzapfen der US-Ölreserven deutlich
Die Ölpreise sind am Donnerstag auf den Weltmärkten stark gefallen. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte WTI fiel um mehr als fünf Prozent und lag am frühen Morgen bei 102,20 Dollar (91,55 Euro). Die Nordsee-Sorte Brent fiel um mehr als vier Prozent auf 108,65 Dollar.
Zuvor hatte es Berichte gegeben, dass US-Präsident Joe Biden die Freigabe von einer Million Barrel pro Tag aus den US-Ölreserven über einen Zeitraum von mehreren Monaten in Erwägung zieht. Die USA hatten Anfang des Monats wegen des Ukraine-Kriegs ein Embargo gegen russisches Öl erlassen. Dies trieb die Preise in die Höhe und verstärkte den Druck auf die Inflation weltweit, die sich bereits auf dem höchsten Stand seit mehreren Jahrzehnten befindet.
Bedenken hinsichtlich der Nachfrage in China aufgrund des Corona-Lockdowns in der Wirtschaftsmetropole Shanghai sorgten hingegen für Abwärtsdruck. Dieser wurde nun durch Markterwartungen über die für Donnerstag angekündigten Pläne des US-Präsidenten zur "Senkung der Benzinpreise an der Zapfsäule" verstärkt.
Wie stabil der Abwärtstrend ist, ist fraglich. Das Ölkartell Opec wird später am Tag mit Russland und anderen wichtigen Ölproduzenten zu ihrem monatlichen Treffen zusammen kommen. Es wird erwartet, dass die Länder trotz der sich verschärfenden Energiekrise voraussichtlich die Produktion nicht um mehr als die bereits angekündigten 400.000 Barrel erhöhen werden.
F.Pavlenko--BTB