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Studie: Mindestvorgaben erzielen gewünschten Effekt bei komplexen Operationen
Mindestmengen für komplexe Operationen zeigen nach einer wissenschaftlichen Auswertung den gewünschten Effekt, dass dadurch immer mehr schwierige Eingriffe in immer weniger Kliniken vorgenommen werden. Das gelte vor allem für Operationen bei Brustkrebs oder Lungenkrebs, wie das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) am Freitag mitteilte. Der sogenannte Qualitätsmonitor ist online einsehbar und wurde nun um die Daten aus dem Jahr 2024 ergänzt.
Für eine Reihe von komplexen Operationen gelten Mindestmengen - also Mindestfallzahlen einer Eingriffsart pro Jahr. Nur Kliniken oder Ärztinnen und Ärzte, die diese Zahlen voraussichtlich schaffen, dürfen sie vornehmen, für Notfälle und Übergangsregelungen gibt es Ausnahmen. Festgelegt werden die Mengen vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA), dem obersten Beschlussgremium der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen.
Die Idee dabei ist, dass durch die Mindestzahl an Fällen die Erfahrung des behandelnden Personals steigt und somit das Risiko für Patientinnen und Patienten sinkt. Die "Einführung und Anhebung der Mindestmengen für Krankenhäuser", die lebensbedrohliche Erkrankungen mit komplexen Operationen behandeln, "führen zu dringend notwendigen Effekten" der Konzentration, erklärte WIdO-Geschäftsführer Helmut Schröder. Die Zahl der Kliniken sinke, die der Operationen steige.
Bei Brustkrebs etwa erhöhte sich die durchschnittliche jährliche Fallzahl je Klinik von 122 im Jahr 2020 auf 166 im Jahr 2024. Die Zahl der an der Versorgung beteiligten Kliniken sank in diesem Zeitraum um über 20 Prozent. Für Brustkrebs-Operationen galt für 2024 noch eine Mindestmenge von 50 Fällen pro Jahr, ab 2025 sind es 100 Fälle. Noch stärker war der Effekt der Auswertung zufolge bei Lungenkrebs-Operationen.
Dem Qualitätsmonitor zufolge gibt es allerdings bislang wenig Bewegung bei der Steuerung von Operationen in ausgewiesenen Krebszentren. Hier ist das Ziel, dass mehr Erkrankte in Spezialkliniken behandelt werden. "Die Verantwortlichen in den Ländern sollten die Zentralisierung von Krebsbehandlungen in zertifizierten Kliniken weiter vorantreiben", forderte Schröder. Das bedeute "klar belegte Überlebensvorteile für die Patientinnen und Patienten".
C.Stoecklin--VB