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61 Prozent der 15- bis 24-Jährigen leben hauptsächlich von Unterstützung
61 Prozent der 15- bis 24-Jährigen haben 2022 hauptsächlich von familiärer oder staatlicher Unterstützung gelebt. 38 Prozent standen hingegen auf eigenen Füßen und konnten überwiegend selbst für ihren Lebensunterhalt sorgen, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag anlässlich des Internationalen Tags der Jugend am Samstag mitteilte.
Von den 61 Prozent, die Unterstützung brauchten, lebte die Hälfte hauptsächlich vom Einkommen der Eltern oder anderer Angehöriger. Elf Prozent bezogen das Haupteinkommen aus öffentlichen Leistungen. Bei den 18- bis 24-Jährigen lebte die Hälfte vom eigenen Einkommen, nur 36 Prozent waren auf das Einkommen von Angehörigen angewiesen.
Binnen 30 Jahren ist die Zahl der jungen Menschen, die überwiegend von ihrer eigenen Erwerbstätigkeit leben, von 50 Prozent auf 38 Prozent gesunken. 1992 teilte sich die Altersgruppe noch gleichmäßig auf: 50 Prozent konnten hauptsächlich vom eigenen Einkommen leben, die anderen 50 Prozent brauchten Unterstützung. 2022 brauchten 61 Prozent Hilfe, ein Anstieg um elf Prozentpunkte. Ein Grund für den Wandel ist laut Statistikamt, dass sich ein immer größerer Teil der 15- bis 24-Jährigen noch in Schule, Studium oder Ausbildung befindet.
Die Jugenderwerbslosigkeit halbierte sich innerhalb von 15 Jahren. 2022 lag sie bei 6,0 Prozent, 2007 waren es noch 11,9 Prozent. Im EU-Vergleich hatte Deutschland erneut die niedrigste Jugenderwerbslosigkeit. Zurückzuführen sei das auf das duale Ausbildungssystem, weil Menschen wegen des betrieblichen Teils der Ausbildung als erwerbstätig gelten. Der EU-Schnitt lag bei 14,5 Prozent. Am höchsten war die Jugenderwerbslosenquote mit 31,4 Prozent in Griechenland und mit 29,8 Prozent in Spanien.
Der Anteil der 15- bis 24-Jährigen an der Gesamtbevölkerung in Deutschland bleibt auf einem Tiefstand. Zehn Prozent gehörten Ende 2022 dieser Altersgruppe an. Die absolute Zahl stieg zwar von 8,35 Millionen im Jahr 2021 auf 8,46 Millionen, dies sei aber vor allem auf die Rekordzuwanderung und das damit verbundene Bevölkerungswachstum infolge des Kriegs in der Ukraine zurückzuführen.
J.Bergmann--BTB