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Lemke: Herdenschutz wichtigste Voraussetzung für Koexistenz mit Wolf
Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) strebt eine ausgewogene Balance zwischen dem Schutz des Wolfes und dem Schutz von Menschen und Nutztieren an. Dabei sei ein funktionierender Herdenschutz, insbesondere durch Zäune, die "wichtigste Voraussetzung" für eine sichere Koexistenz mit dem Wolf, erklärte sie am Donnerstag nach der Auftaktveranstaltung der "Dialogreihe Wolf", die gemeinsam mit dem Bundeslandwirtschaftsministerium und zahlreichen Verbänden stattfand.
Die Rückkehr des Wolfes beschrieb sie grundsätzlich als "großen Erfolg für den Naturschutz". Gleichzeitig erklärte die Ministerin: "Wölfe, die wiederholt zumutbar geschützte Weidetiere reißen, können bereits jetzt nach geltender Rechtslage getötet werden". Gesetzesänderungen, um den Abschuss von Wölfen zu erleichtern, hält Lemke demnach nicht für nötig. Der Deutsche Bauernverband hatte am Mittwoch eine vereinfachte Entnahme, auch ganzer Rudel, gefordert.
Bei der Auftaktveranstaltung ging es vor allem um das Monitoring, die Erfassung und die Entwicklung der Wolfspopulation in Deutschland. Bei kommenden Veranstaltungen sollten dann auch der Herdenschutz und der Umgang mit "problematischen Wölfen" im Vordergrund stehen, wie das Umweltministerium mitteilte.
"Nicht nur der Erhalt der bedrohten Art ist wichtig, die Weidetierhaltung sorgt für Tierwohl und erhält ökologisch wertvolles Grünlands", erklärte die Parlamentarische Staatssekretärin des Bundeslandwirtschaftsministeriums, Claudia Müller. Der Schutz des Wolfes und die Weidetierhaltung dürften sich nicht "gegenseitig ausschließen". Der Austausch mit Betroffenen und Vertretern der Weidetierhaltung finde schon seit längerem statt, entsprechende Lösungen würden gemeinsam erarbeitet.
Die Dialogreihe soll die Debatte um den Wolf versachlichen. Dazu tauschten sich Vertreter aus Ministerien und Behörden, von Naturschutzverbänden, aus der Wissenschaft sowie aus der Landwirtschaft aus.
W.Lapointe--BTB