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Kiew will deutsche Eurofighter für Kampfjet-Koalition
Die Bundesregierung lehnt seit Wochen eine maßgebliche deutsche Beteiligung an der Kampfjet-Koalition für die Ukraine ab, aber Kiew lässt nicht locker: Der ukrainische Verteidigungsminister Oleksij Resnikow warb am Dienstag für eine Beteiligung mit deutschen Eurofighter-Kampfflugzeugen, die F-16-Maschinen aus US-Produktion ergänzen könnten. Zudem bat Resnikow um die schnelle Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern aus Deutschland.
Insgesamt benötige die Ukraine rund 120 Kampfjets, sagte Resnikow. "Der größte Teil sollte aus F-16 bestehen", von denen es weltweit mehr als 5000 Maschinen gebe, sagte der ukrainische Verteidigungsminister. Aber auch Eurofighter sowie Gripen-Jets, die vom schwedischen Unternehmen Saab hergestellt werden, würden helfen.
Die USA hatten jüngst europäischen Verbündeten grünes Licht für den Start der Ausbildung ukrainischer Piloten an F-16-Kampfjets gegeben. Die Bundeswehr verfügt nur über Tornado-Kampfflugzeuge und Eurofighter.
Bundeskanzler Olaf Scholz und Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (beide SPD) haben mehrfach klar gemacht, dass sich Deutschland bei der Lieferung von Kampfflugzeugen nicht gefragt sehe und seinen Unterstützungsschwerpunkt bei Panzern und Flugabwehr setze. In Berlin wird dabei argumentiert, dass Deutschland einerseits keine Maschinen abgeben könne und mehrere Flugzeugtypen für die Ukraine wegen unterschiedlicher Logistikketten für Ersatzteile und Wartung ohnehin nicht hilfreich wären.
Resnikow sieht dies anders: Es gebe ja bereits eine internationale Koalition aus Kampfpanzern mit dem Kernmodell des deutschen Leopard 2 sowie Abrams aus den USA und britischen Challengern, sagte er. "Genauso könnten wir eine Kampfjet-Koalition mit dem Kernmodell F-16 sowie Eurofightern und Gripen bilden."
"Wenn Großbritannien und Deutschland ihre Kapazitäten beim Eurofighter zusammenlegen würden, wäre das ein wichtiger Schritt", sagte der ukrainische Verteidigungsminister. Zunächst würde Kiew es aber bereits begrüßen, wenn Deutschland sich an der Ausbildung der ukrainischen Piloten an Eurofightern beteiligen würde. Großbritannien sei bereit, dies zu tun.
"Wir brauchen alles, um unsere Menschen zu schützen", sagte auch der ukrainische Botschafter in Berlin, Oleksii Makeiev, den Sendern RTL und ntv am Dienstag. Auf die Frage, ob es realistisch sei, dass Deutschland in Zukunft Eurofighter-Kampfjets an die Ukraine liefern könnte, sagte er: "Es gibt nichts Unrealistisches für die Ukraine und wir brauchen die Jets."
Kiew spreche derzeit mit seinen deutschen Partnern über die Ausbildung von ukrainischen Piloten: "Wie diese Koalition aussehen wird und welche Flugzeuge uns unsere Verbündeten zur Verfügung stellen, das lässt sich während der Verhandlungen klären", sagte Makeiev.
Resnikow erneuerte seinerseits auch die Forderung nach einer raschen Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern durch Deutschland. "Falls die Bundeswehr keine derartigen Waffen liefern kann, sollte die Bundesregierung die Industrie beauftragen, die Marschflugkörper zu produzieren", sagte er den Funke-Zeitungen. "Wir brauchen Systeme wie die Taurus jetzt."
Taurus ist ein Luft-Boden-Marschflugkörper, der von Kampfflugzeugen aus abgeschossen wird. Die derzeit von der Ukraine eingesetzten Mig-Jets sowjetischer Bauart müssten dafür erst angepasst werden. Das Bundesverteidigungsministerium hatte am Wochenende bestätigt, dass die Ukraine um die Lieferung von Taurus gebeten hat. Die Anfrage wird nun geprüft.
L.Janezki--BTB